Pforzen
Den Pforzenern stinkts

Für viel Aufregung sorgt derzeit ein Antrag des Bayerischen Wertstoff-Zentrums (BWZ) in Pforzen, neben dem genehmigten Gewerbemüll auch Hausmüll zu verarbeiten. Wie berichtet, soll die zulässige Höchstmenge von 150000 Tonnen an zu behandelnden Gewerbeabfällen im Jahr (die die Firma aber gar nicht erreicht) durch die Aufbereitung von 25000 Tonnen Restmüll ergänzt werden. Bereits im Mai hatte der Gemeinderat eine 17 Punkte umfassende Stellungnahme an das Landratsamt geschickt und erhebliche Bedenken diesbezüglich geäußert.

Ein Gutachten des Landesamtes für Umwelt, das sich auf die Verarbeitung von Hausmüll bezieht, bereitet den Pforzener Bürgern zudem Sorge. Darin sei zu lesen: «Eine erhöhte Freisetzung an organischen Schadstoffen, Geruch und Keimen bei der Behandlung von Hausmüll ist aus fachlicher Sicht anzunehmen.» Kurt Janisch, der seit über zwanzig Jahren in Pforzen lebt, fürchtet um seine Lebensqualität und die seiner Mitbürger.

Eine kleine Gruppe von Bürgern hat inzwischen sogar einen Brief an den Landrat geschrieben, schließlich «sollen die sich nicht einfach aus der Verantwortung ziehen».

<%TBR from='inject'%>

Pforzens Bürgermeister Hermann Heiß erklärte, dass die Gemeinde nicht Müllstandort Nummer eins in der Region werden wolle. Da die Sortieranlage aber nun einmal da sei, gelte es, einen Kompromiss zu finden. So soll die vom BWZ angedachte Menge von 25000 Tonnen an aufzubereitendem Hausmüll auf 15000 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Zudem fordert die Gemeinde, schädliche Umwelteinwirkungen durch eine baulich geschlossene Verbindungshalle zwischen Anlieferung und Abtransport zu vermeiden.

Stärkere Kontrollen gefordert

Besonders am Herzen liegt den Pforzenern aber eine strengere Kontrolle der Auflagen, die dem Betrieb auferlegt wurden. Im Moment seien die Kontrollen angekündigt und fänden nur zweimal im Jahr statt, meint Kurt Janisch.

<%TBR from='inject'%>

Thomas Engler, Geschäftsführer des BWZ, hat die Stellungnahme der Gemeinde ebenfalls gelesen, sieht bei sich zunächst aber keinen direkten Handlungsbedarf. «Die Stellungnahme ist eine Sache zwischen der Gemeinde und dem Landratsamt.» Er selbst habe mindestens drei oder vier Treffen für den Bürgermeister und die Gemeinde organisiert, um die Bürger umfassend zu informieren. «Das ist mehr, als manch anderer in meiner Situation getan hätte», so Engler. Dennoch ist er bereit, über einige Punkte auf der Liste zu reden. «Mir ist es sehr wichtig, dass miteinander gesprochen wird.» Andere Forderungen stünden für ihn dagegen nicht mehr zur Diskussion, da «die sich auf den ersten Antrag beziehen, der bereits durch ist».

<%TBR from='inject'%>

Ob das Landratsamt die Aufbereitung von Hausmüll genehmigt, ist bislang noch unklar. Im Moment fehlt noch ein Luftgutachten vonseiten der Firma, ohne das der Antrag nicht bearbeitet wird. Eine Sprecherin des Amtes hat Bürgermeister Hermann Heiß und einigen seiner Amtskollegen aus den umliegenden Gemeinden einen Termin zugesagt, bei dem nochmals alle Bedenken geäußert werden können. Allerdings kann dies noch einige Wochen dauern.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen