Kirchen
Den inneren Glanz mit Gott finden

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Wieder waren zu Weihnachten die Gotteshäuser der großen christlichen Kirchen bis auf den letzten Platz gefüllt. In der St. Mang-Kirche stellte Dekan Jörg Dittmar vor rund 1700 Gläubigen die Rettung der chilenischen Bergleute in den Mittelpunkt seiner Christvesper. In der frisch renovierten Kapelle auf dem Mariaberg sprach Kaplan Florian Kolbinger vom äußeren und innen Glanz.

Der äußere Glanz begegne uns beinahe jeden Tag: «Nicht umsonst werden Glanzshampoos, Hochglanzpolituren und Hochglanzbroschüren angeboten.» Doch der Kaplan von St. Lorenz warnte vor Enttäuschungen: «Glanz ist etwas Vergängliches und manchmal nur Oberflächliches.» Dagegen steht der innere Glanz, der von Gott ausgehe: «Wenn man zweifelt an der Welt und den Menschen, dann gibt es neue Kraft, sich an Momente zu erinnern, als es anders war. Momente, in denen ein Stück des göttlichen Glanzes auch auf mein Leben gefallen ist.» Für Kolbinger liegt der Glanz von Weihnachten nicht im Äußerlichen, sondern in der Erfahrung der Gegenwart Gottes.

Mit einer kleinen selbst gebastelten Rettungskapsel trat Dekan Dittmar vor die Gemeinde und stellte das «Wunder von Chile» in den Mittelpunkt seiner Predigt: «Die Rettung ist möglich, die da oben lassen uns wirklich nicht im Stich.» Er verglich Chile mit dem Wunder von Bethlehem: «Rettung ist möglich, Gott hat uns nicht vergessen.» Dittmar ging auf den modernen vernetzten Menschen ein: «Wir wissen gar nicht mehr, wie sich das anfühlt - echtes Leben.» Auf «facebook» habe man schnell 100 «Freunde», aber oft sei nicht einer dabei, den man nachts anrufen könne. Wo seien dagegen die belastbaren Beziehungen unter Menschen, die auch im Notfall halten, fragte Dittmar.

Zugeschüttete Seelen

«Menschen sind wie zugeschüttet mit Pflichten und Arbeit», so Dittmar. Manche seien wie zugeschüttet unter den sinnlosen Versuchungen eines Konsumwahns. Ängste, Depressionen, Suchtkrankheiten und Beziehungsstörungen schütteten die Menschen zu: «Man kann so leben, aber es ist kein Leben.» Er hatte eine klare Botschaft: «Wir brauchen einen, der uns rausholt, der unsere verschütteten Seelen befreit und sie in Gottes Licht stellt.» Dabei erinnerte er an den chilenischen Bergmann Manuael Gonzales, der bei seiner Rettung ein T-Shirt mit einem Bibel-Zitat trug: «Denn in seiner Hand ist, was unten in der Erde ist; und die Höhen der Berge sind auch sein.»

 

In der Kapelle auf dem Mariaberg feierte Kaplan Florian Kolbinger den Weihnachtsgottesdienst. Fotos: Ralf Lienert

 

Die Christvesper in der St. Mang-Kirche besuchten rund 1700 Menschen am Heiligen Abend.

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