Bundeswehr
Den Fliegerhorst wird es auch 2015 noch geben

Die Stimmung im Fliegerhorst war laut Oberst Richard Drexl gestern 'gedrückt'. Doch der Kommandeur versuchte seine 1160 Beschäftigten in Versammlungen zu beruhigen und zu motivieren, wie bisher professionelle Arbeit zu leisten.

Drexl wurde zwar selbst am Mittwoch von der Schließung der Technischen Schule der Luftwaffe 1 (TSLw) überrascht. Er blickte gestern aber bereits wieder nach vorne und hatte vor allem viele neue Informationen für seine Truppe, die er der AZ im Gespräch erläuterte.

Demnach dauert es seiner Meinung nach Jahre, bis die TSLw 1 komplett aufgelöst sein wird, weil andernorts erst die Ausbildungseinrichtungen geschaffen werden müssten. 'Den Fliegerhorst wird es auch 2015 noch geben', sagte er. Mit ersten einzelnen Versetzungen rechnet Drexl in zwei Jahren. Die Zukunft der verschiedenen Bereiche am Kaufbeurer Standort beurteilt der Oberst wie folgt:

  • Dienstleistungszentrum (vormals Standortverwaltung): Die 300 ausschließlich zivilen Mitarbeiter genießen laut Tarifvertrag Kündigungsschutz. Die Älteren könnten in den nächsten Jahren über Vorruhestand oder Altersteilzeit ausscheiden. Die verbleibenden Beschäftigten bekämen Stellen an anderen Bundeswehrstandorten angeboten.
  • Sanitätszentrum: Die 100 Mitarbeiter sind ebenfalls an allen verbleibenden Bundeswehrstandorten verwendbar, wo es Sanitäter gibt.
  • Ausbildungswerkstatt: Die derzeit an die hundert Lehrlinge (Fluggerätemechaniker sowie Elektroniker für Geräte und Systeme) können ihre Ausbildung komplett in Kaufbeuren absolvieren. Drexl geht sogar davon aus, dass für September 2012 nochmals neue Auszubildende mit dreieinhalbjähriger Lehrzeit eingestellt werden.
  • TSLW 1: Die Fluglotsenausbildung samt Towersimulator wird nach Erndtebrück in Nordrhein-Westfalen verlegt. Die Möglichkeit einer weiteren zivil-militärischen Nutzung in Kaufbeuren kann Drexl nicht beurteilen. Eine schnelle Lösung in diesem Bereich hält er aber für unwahrscheinlich.

Die Technikerausbildung für das Kampfflugzeug Phantom läuft in Kaufbeuren aus, da die Tage der Phantom ebenfalls gezählt sind. Die Techniker für Tornados und Eurofighter werden künftig auf dem Lechfeld ausgebildet. 'Das ist für uns eine gute Nachricht', betont Drexl.

Dennoch will er zunächst die Start- und Landebahn in Kaufbeuren erhalten, damit die für Schulungszwecke nötigen Kampfflugzeuge weiterhin hier landen können. Schon 2012 müsse einer der drei Eurofighter ausgetauscht werden. Der Lehrgangskatalog für 2012 steht bereits, das heißt laut Drexl, dass der Betrieb 2012 im Fliegerhorst Kaufbeuren im Großen und Ganzen unverändert weiterläuft.

Er hofft, dass bis Mitte 2012 der Realisierungsplan steht, in dem die Details der nun beschlossenen Bundeswehrreform geregelt werden. Erst dann gebe es einen konkreten Zeitplan. Nach Abschluss der Reform gibt es keine TSLW mehr, sondern ein 'Technisches Ausbildungszentrum' mit Standorten in Faßberg, Wunstorf (beide Niedersachsen) und im Lechfeld.

Doch bis dahin sei es noch ein langer Weg. 'Wir wollen unsere Mitarbeiter bei der Stange halten und unseren Auftrag bis zum letzten Tag erfüllen', sagt Drexl. 'Es gibt keinen Grund für Panikreaktionen. Die Bundeswehr ist ein Arbeitgeber, der niemanden im Regen stehen lässt.'

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