Erkheim
Den Erkheimern stinkts

2Bilder

In Sachen Müll haben einige Erkheimer die Nase gestrichen voll. Das ist auf der Bürgerversammlung am Mittwochabend deutlich geworden. Mehrere Anwohner ergriffen das Wort, um ihrem Unmut über die Geruchsbelästigung, die von der Firma Kompostierungs-Service Käßmeyer ausgehen soll, Luft zu machen.

Von einem «sehr unangenehmen bis ekelerregenden Geruch», der sich vor allem nachts ausbreite, sprach Achim Lehnert. Wilhelm Fritz aus Schlegelsberg, Vorsitzender des Vereins «Saubere Luft Erkheim», beschrieb seine Lebensqualität als «miserabel». «Da brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir keinen Bevölkerungszuwachs haben», sagte er. Weder Feierabend noch Wochenende könne er genießen.

Seit mehr als zehn Jahren versucht Fritz, gemeinsam mit anderen Anwohnern gegen den störenden Geruch anzugehen. «Aber es tut sich nichts», sagt er. Er wünscht sich eine «massive Unterstützung der Gemeinde», die aber bisher nicht erfolgt sei.

Auf Nachfrage der MZ verwies Geschäftsführer Peter Käßmeyer auf ein Emissionsgutachten, das vor einigen Jahren im Auftrag der Gemeinde erstellt worden sei. Danach werde der gesetzliche Grenzwert für den Ausstoß geruchsverursachender Stoffe «weit unterschritten», so Käßmeyer. Erkheims Bürgermeister Dr. Peter Wassermann wirft in diesem Zusammenhang allerdings die Frage auf, ob die Ergebnisse heute noch Gültigkeit haben, da es in den vergangenen Jahren immer wieder Baumaßnahmen gegeben habe.

Käßmeyer sieht sein Unternehmen als «Synonym für eine ganze Gruppe». Nicht nur seine Firma «riecht». Wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang der Unterschied zwischen seinem Betrieb - also Kompostierungs-Service Käßmeyer - und der Bioenergie Schwaben, die am selben Standort eine Bioabfallvergärungsanlage betreibt, aber von der er nur der Hauptgesellschafter sei.

«Das Material wurde bereits ein bis zwei Wochen in den Haushalten gelagert und kommt stinkend zu uns», sagt Käßmeyer. «Klar, dass materialbedingt etwas zu riechen ist.»

Warum es vor allem nachts besonders stinken soll - darauf weiß Käßmeyer keine Antwort. Weder würden irgendwelche Tore geöffnet, noch sind Schieber auf, aus denen Gas austreten könnte. «Das Gas brauchen wir für unser Blockheizkraftwerk, um Strom zu erzeugen», sagt er.

Auf Unverständnis stößt bei Käsmeyer die Haltung der Gemeinde zu einem geplanten Bürogebäude im vergangenen Jahr. «Ich will Arbeitsplätze schaffen», sagt er.

Rathauschef Wassermann erläutert auf Nachfrage, dass der Anbau unter anderem eine «Überschreitung sämtlicher Baugrenzen» bedeutet hätte, wozu auch das Straßenbauamt in Kempten nein gesagt habe.

Käßmeyer möchte mit der Nachbarschaft in «gutem Einvernehmen leben» und sich nicht auf den Werten des Gutachtens ausruhen, sagt er. 50000 Euro habe er deshalb im vergangenen Jahr in Maßnahmen zur Geruchsdämmung gesteckt.

«Es nützt nichts, wenn wir uns gegenseitig beschießen», sagt Wassermann. Er sucht daher den Dialog und möchte sich in den kommenden Wochen «mit allen Beteiligten» an einen Tisch setzten.

Ein weiterer Bericht zur Bürgerversammlung folgt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019