Special Fasching im Allgäu SPECIAL

Bildhauerei
Dem Fluhensteingeist ein Gesicht gegeben

2Bilder

Auf der Burg Fluhenstein bei Sonthofen lebten vor langer Zeit Landvögte. Einige von ihnen waren so grausame und böse Menschen, dass sie für ihre Untaten büßen und nach ihrem Tod als Geister umgehen mussten Ein Mönch bannte sie in eine wilde Schlucht, in der sie heute noch hausen

So beginnt die Sage um die Fluhensteingeister in Sonthofen. Als riesige Kröten «mit Augen wie Brillengläser» sollen sie bisweilen im Ostrachtal ihr Unwesen treiben - und am kommenden Wochenende werden die Fluhensteingeister beim Narrensprung durch Sonthofens Straßen ziehen. Die Faschingsfreunde Hillaria aus Sonthofen haben diese Masken- und Häsgruppe gegründet. Der Oy-Mittelberger Marcus Winghart steuert zum Landvogtkostüm die geschnitzten und lackierten Holzmasken bei. «Die Vorgabe für die Gesichter war, sie sollten halb Frosch, halb Geist sein», sagt der 37-jährige Angestellte, der nebenberuflich an der Schnitzschule in Elbigenalp eine Ausbildung zum Holzbildhauer macht. Ein Freund hat den Bildhauer-Neuling bei den Hästrägern ins Spiel gebracht. «Ich habe dann in der Schule den Entwurf gezeichnet und die Gruppe war gleich begeistert,» hat sich der Kunstfreund «gewundert und auch gefreut».

Die passende Maske zu finden sei nicht ganz einfach gewesen. In diversen Tierlexika hat der Oberallgäuer Kröten und Frösche studiert. «Die ganze Maske ist handgefertigt,» betont der «Mächler», der bei der Ausführung vom Bildhauerkollegen Christian Waldmann (Petersthal) unterstützt worden ist.

Das Geister-Frosch-Gesicht wurde zunächst mit Plastilin modelliert, dann nach dem Originalmodell aus Lindenholz gehauen. Acht bis zehn Stunden Arbeit stecken in jeder lackierten Maske.

Die Häsgruppe ist noch klein. Acht Masken hat Winghart deshalb zunächst einmal in seiner kleinen Werkstatt im Keller eines Mehrfamilienhauses gefertigt.

Im Ostrachtal motiviert

Um sich von der geheimnisvollen Stimmung im Ostrachtal motivieren zu lassen, war Winghart, bevor er zu Klöppel und Eisen griff, dort auf Spaziergängen unterwegs. Was ihn letztendlich dort zu seiner Maske inspirierte, halb Totenschädel, halb Froschgesicht, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht hat er ja auch einen Blick auf die Geister dort erhaschen können. In der Sage heißt es:

Ab und an kann man die Geister auch heute noch zu sehen bekommen. Wenn man genau in die Schlucht schaut, entdeckt man riesige Kröten, so groß wie Pelzkappen. In diesen Tieren hat der Mönch die Seelen der Fluhensteingeister gebannt

Narrensprung durch die Innenstadt von Sonthofen am Sonntag, 13. Februar, Beginn 13.03 Uhr. Mit dabei 135 Narrenzünfte, Faschingsvereine und Musikgruppen, unter anderem auch die Fluhensteingeister Sonthofen der Faschingsfreunde Hillaria.

 

Marcus Winghart aus Oy-Mittelberg beim Bearbeiten einer Maske in seiner kleinen Werkstatt. Foto: Jörg Schollenbruch

 

Sieben Masken auf einen Streich fertigte Marcus Winghart aus Oy-Mittelberg in Zusammenarbeit mit Christian Waldmann aus Petersthal für die Masken- und Häsgruppe Fluhensteingeister, die am kommenden Wochenende beim Narrensprung in Sonthofen mit von der Partie sein wird. Foto: Winghart

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen