Marktoberdorf
Deck statt Tiefgarage

Mit seiner Idee, die Tiefgarage unter dem Rathaus zu einem offenen und transparenten Parkdeck umzubauen, hat sich Peter Haimerl aus München in dem Gestaltungswettbewerb gegen vier andere Architekten durchgesetzt. «Das Juryergebnis für Haimerl war eindeutig», betonte Marktoberdorfs Dritter Bürgermeister Axel Maaß. Nun soll Haimerl eine detaillierte Kostenberechnung für seine Planung vorlegen.

Spielplatz im Südwesten geplant

Durch Haimerls großzügige Öffnungen in der Tiefgaragenwand (siehe Skizze) würde viel Tageslicht hineingelangen und die bestehende Lüftung könnte entfallen. «Da die Luft gut durchgeht, können wir die alte Belüftung vergessen», sagte Architekt Wilhelm Huber aus Betzigau, einer der Juroren. «Bei der Lüftung entstehen keine Wartungs- und Betriebskosten mehr», ergänzte Maaß. Entscheidend sei dafür neben der Öffnung nach Westen eine neue Öffnung nach Osten: der als offene Treppe gestaltete Hauptzugang.

Da zudem das westliche Gelände als Landschaft modelliert werden soll, entstehe eine Offenheit, die den räumlichen Charakter völlig verändere.

Mit der Lichtführung sei eine «intuitive Orientierung» gewährleistet; die großzügige Beleuchtung mit gelben LED-Lampen («golden dragon plus») bilde ein regelrechtes Leitsystem.

Der neu geschaffene Hauptzugang vom Rathausplatz verbinde das Parkdeck geschickt mit dem öffentlichen Raum. Zudem erhalte der Rathausplatz durch die offene Treppe einen «schönen Abschluss». Der im Südwesten geplante Spielplatz werte die Bahnhofstraße auf. Positiv bewertete die Jury auch Haimerls Idee, den bei seiner Planung überflüssig gewordenen nördlichen Tiefgaragenteil (die ehemaligen Strahlenschutzbunkerräume) für Musik-Proberäume zu nutzen.

Lob, aber auch viel Kritik hatte die Jury für die anderen Entwürfe parat. So wurde etwa an dem Plan von Zdenek Kolar (Marktoberdorf) bemängelt, dass dieser die bestehende Zufahrt zur Tiefgarage an der Bahnhofstraße fast unverändert lasse. Gelobt wurde Kolar dafür, dass sein Konzept für die Neugestaltung des Rathausplatzes auch dem Maibaum Platz gebe. Der zweite Lokalmatador, Thomas Traut, würde wiederum zwei der Arkaden am Rathauseingang verglasen. «Das ist unpassend. Dadurch würde der Eingang ja verkleinert», kritisierte Juror Wilhelm Huber.

Das Konzept der Münchner Architektin Julia Mang-Bohn sah unter anderem einen 24 Meter hohen Aussichtsturm über dem Aufgang zur Tiefgarage vor. Einen solchen Turm beinhaltete auch das Konzept des Siegers Haimerl. Diesen soll der Münchner nun aus seinem Entwurf streichen.

«Das sind die Großstädter», so der Kommentar dazu von Juror Wendelin Burkhardt aus Kaufbeuren: «Bei uns sind die Alpen aber nicht so versteckt. In Marktoberdorf braucht es keinen Turm, um die Berge zu sehen.»

Edelweißblüten unpassend für Marktoberdorf

An dem Entwurf der Architektenpartnerschaft Hiendl/Schieneis (Augsburg/Passau) wurde das Leitmotiv der Edelweißblüten auf rotem Grund als unpassend für Marktoberdorf kritisiert.

Als unpraktisch wurde zudem der vorgesehene weiße Boden der Tiefgarage bemängelt. «Wer weiß, wie das in zwei Jahren aussieht», so Juror Huber. Insgesamt lobte die Jury aber das «hohe Niveau» der eingereichten Pläne.

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