Oberallgäu
Das Windrad als Symbol für Pfingsten

Weitgehend schönes Wetter hat den daheimgebliebenen Oberallgäuern angenehme Feiertage beschert. Wer nicht verreist war, konnte seine Freizeit im Freien genießen. Über tausend Ausflügler zog es zum Beispiel am Sonntag nach Thalkirchdorf: Dort fand auf der Sennalpe Oberhündle der Tag der offenen Alpe mit einem bunten Programm und geführten Wanderungen statt. Auf den Straßen ging es insgesamt ruhig zu, die Polizei meldete keine größeren Unfälle, obwohl viele Motorradfahrer das gute Wetter für eine Ausfahrt nutzten.

Doch nicht nur der Freizeitspaß stand am Wochenende im Vordergrund. Viele nutzten die Pfingsttage für den Besuch eines Gottesdienstes und für Besinnung. Denn Pfingsten ist das Hochfest, mit dem Christen die Ausgießung des Heiligen Geistes über die Jünger Jesu feiern - und damit den Geburtstag ihrer Kirche. Wie Frank Wagner, evangelischer Pfarrer in Oberstaufen, in seiner Predigt am Pfingstsonntag feststellte, gebe es wohl kein Fest im Kirchenjahr, das Christen so viel Schwierigkeiten bereitet wie das Pfingstfest - denn es sei eben nicht so handfest wie zum Beispiel Weihnachten oder das Erntedankfest. «Das mag schon allein an der Materie selber liegen, dem Geist, denn der Geist ist nun einmal nicht mit Händen zu fassen, der Geist weht, wo er will», sagte Wagner. Um das Thema begreiflicher zu machen, wählte der Pfarrer ein Symbol: Das Wirken des Geistes lasse sich mit einem Windrad vergleichen.

Es dreht sich, wenn der Wind weht. Ähnlich wie der Wind wirke auch der Geist, der ebenfalls unsichtbar ist. «Wie beim Windrad, das vom Wind Kraft bekommt, sich zu bewegen, bekommen auch wir in unserem Leben immer wieder diese Kraft. Wichtig ist, das Erleben dieser Kraft mit Gott in Verbindung zu bringen», erklärte Wagner. Eine weitere Verbindung sah er zwischen dem Windrad und der Erzeugung von Strom - das sei nicht leicht zu verstehen und genauso sei auch Pfingsten nicht leicht zu verstehen. «Ausgießung des Geistes heißt, nicht alles verstehen zu können und auch nicht zu müssen, und trotzdem zu glauben, dass Gott am Werk ist», sagte der Pfarrer.

Einen besonderen Gottesdienst feierten die Christen in Sonthofen: Dort fand auf dem Kalvarienberg ein ökumenischer Gottesdienst unter dem Motto «Vielfarbigkeit der Christenheit im Geiste Gottes» statt. «Das Leben ist bunt», sagte Pfarrer Martin Geißbeck von der Methodistischen Kirche. Auch die Jünger Jesu seien eine bunte Truppe gewesen, die den Herrn an Pfingsten neu entdeckt hatten. Die Gottesdienstbesucher verzierten mit Händen und Füßen eine weiße Tapete mit Farbklecksen, als Zeichen der Vielfalt und Lebensfreude.

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