Konjunktur
Das Warten auf den Handwerker

Wer seine Wohnung streichen, seinen Dachstuhl reparieren oder einen neuen Teppichboden verlegen lassen will, für den heißt es meist warten. «Die Auftragsbücher sind voll», nennt Kreishandwerkermeister Uli Kaiser den Grund.

Seit drei Monaten kommen die Betriebe vor allem in konjunkturstarken Gebieten oft mit der Arbeit nicht hinterher. «Die Talsohle ist in Bau und Ausbau durchschritten», sagt Kaiser. Zum Ausbau gehören beispielsweise Schreiner, Zimmerer, Maler und Sanitärbetriebe. In den vergangenen Jahren baute das Handwerk im Jahr durchschnittlich ein bis drei Prozent an Personal ab. «Im Handwerk ist dies nicht die Folge von Rationalisierung, sondern von schwindenden Aufträgen», gibt Kaiser zu bedenken. Derzeit gibt es ein Stellenplus von 1,3 Prozent.

Die gute Auftragslage trifft nicht nur Privatleute, sondern beispielsweise auch die städtische Lindauer Wohnungsbaugesellschaft GWG. Deren Geschäftsführer Alexander Mayer nennt ein Beispiel: «Als wir vor einigen Wochen 25 Firmen angeschrieben haben, kamen nur zwei Angebote zurück.

Und diese Unternehmen konnten auch nicht in der Zeit, in der wir sie gebraucht haben.»

Steigende Preise, nennt Mayer einen weiteren Effekt der vollen Bücher. «Das wird auch Zeit», sagt Kaiser. Viele Betriebe hätten in der Vergangenheit oft unterhalb der Kostendeckung gearbeitet, um ihre Mitarbeiter halten zu können. Doch genau für diese Mitarbeiter brauche das Handwerk mehr Geld. Wir können sonst im Wettbewerb mit der Industrie um Arbeitskräfte nicht mithalten», so Kaiser, «da muss bei den Löhnen was passieren.» Eine Erklärung für die Auftragszunahme hat er auch: «Derzeit geht das Konjunkturpaket II in den Endspurt. Zudem boomt die Solarbranche, dort finden Zimmerer Aufträge. Dazu kommt durch die Wirtschaftskrise eine Flucht in die Sachwerte.

» Letzteres heißt: «Schaffa, schaffa, Häusle baua» hat wieder Konjunktur. Dazu kommt die Energiesparverordnung. So werden nicht nur viele Dächer gedämmt, sondern auch Geschossdecken. «Den meisten Leuten ist klar, dass Sanierung heute auch energetische Sanierung heißt», hat Kaiser festgestellt.

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