Marktoberdorf / Ostsallgäu
Das Wandern richtig auf den Weg bringen

«Was der Schwarzwald geschafft hat, können wir auch im Allgäu. Wir müssen es nur wollen.» Eindringlich appellierte Dr. Anna-Maria Fässler von Allgäu Marketing in Marktoberdorf bei einer Besprechung an die Ostallgäuer Bürgermeister. Die Gemeinden sollen im ganzen Allgäu 3,4 Millionen Euro locker machen, um zur Wanderregion Nummer 1 in Deutschland zu werden. Landrat Johann Fleschhut will hier mit dem ganzen Ostallgäu mitmischen: «Wandern kann man nicht nur an den Bergen und Seen», betont er. Trotz aller Finanzprobleme sollte das Ostallgäu die Rolle eines starken Motors übernehmen.

17 Prozent der Wanderer bevorzugen im Urlaub das Flachland, 30 Prozent die Mittelgebirge, 24 Prozent das Hochgebirge, 29 Prozent wandern in allen Landschaften gerne. Dies zitierte Fässler aus einer Umfrage. Vorteil der «Wandertrilogie Allgäu» sei, dass man alle Vorlieben befriedigen könne. Zudem verfügt man über eine gute Ausgangssituation: Bei den Lieblingswanderzielen liegt das Allgäu nach den Deutschen Alpen auf Rang 2. Doch im Gegensatz zu anderen Regionen habe das Allgäu die Zertifizierung der Wege verschlafen. Das Allgäu verfüge zwar über 18000 Kilometer Wanderwege, sei aber beispielsweise bei den «Top Trails of Germany», in denen sich zwölf Fernwege international vermarkten, nicht vertreten.

Bereits Rennsteig vermarktet

Um dies zu ändern, setzt Allgäu Marketing auch auf eine neue Mitarbeiterin: Christa Velten hat in den vergangenen Jahren mehrere Wanderregionen erfolgreich vermarktet. Bekannteste Route ist der Rennsteig, der für ganz Thüringen steht. Rund um den Rennsteig seien Wege zu Goethe und Bach entstanden.

Veltens Ziel für das Allgäu: «Wir bieten jedem Wanderer das, was er sich wünscht.» Ein zentraler Portalort könne beispielsweise Füssen werden, von wo aus es Routen zu verschiedenen Themen gebe. Daneben sehe das Konzept Etappen- und Themenorte vor. Natürlich müsse dort die «romantische Seele» Niederschlag finden. Themen könnten auch Moore und Wasser sein. An den Wegen sollte zudem die Geschichte herausragender Persönlichkeiten wie Sebastian Kneipp oder König Ludwig erzählt werden.

In der Region will Allgäu Marketing 1100 Kilometer Leitwanderwege. Aufteilen sollen sich diese auf zehn Portal-, 21 Etappen- und 12 Themenorte. Um berücksichtigt zu werden, sollen die Gemeinden zwischen 6000 und 22000 Euro (über fünf Jahre hinweg) für Investitionen in Wegenetz und Marketing bezahlen. Nach Angaben von Velten steckt man beispielsweise am Rennsteig (168 Kilometer) 2,4 Millionen in die Wiederholungszertifizierung.

Nur in Allgäukonzept möglich

«Wenn wir das wollen, dann nur mit einem Konzept im ganzen Allgäu», bekräftigte Thomas Steinhauser (Baisweil). Uschi Lax, Zweite Bürgermeisterin in Füssen, bekundete die Bereitschaft, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Sie appellierte an die nördlichen Gemeinden: Auch Günzach oder Buchloe tragen beim Wandern zur Vielfalt bei.

Thomas Pihusch, Bürgermeister in Roßhaupten, bat, die Routen nicht zu esoterisch anzugehen. Ihn schrecken zudem die Kosten. In eine ähnliche Kerbe schlug Max Streif (Rieden/Forggensee): Im Vergleich zum Rennsteig sei viel Infrastuktur im Allgäu vorhanden, die dort erst geschaffen wurde. Aus Jux werde kein Geld ausgegeben, so Fleschhut. Als Top-Reiseziel müsse das Allgäu die Latte sehr hoch legen und Leidenschaft einbringen: «Wir müssen sagen: Wir sind die Nummer 1.»

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