Das Schneechaos hielt die Helfer auf Trab

Kaufbeuren (ses). Zugeschneite Straßen, einsturzgefährdete Flachdächer sowie überflutete Wiesen und Felder - das Schneechaos und seine Folgen im März 2006 hielt die Kaufbeurer Feuerwehr auf Trab. Fast 100 Mal mehr, nämlich 418 Mal, mussten die Einsatzkräfte deshalb vergangenes Jahr im Vergleich zum Jahr 2005 ausrücken. 'Abgesehen von dieser verschneiten Woche, war das Jahr 2006 statistisch gesehen aber ein normales Einsatzjahr', bilanzierte Stadtbrandrat Thomas Vogt.

52 Mal wurde die Feuerwehr zu Bränden gerufen, die Schadenssumme im Stadtgebiet beträgt rund 145 000 Euro. Das größte Feuer in der Wertachstadt war in der Georg-Riedel-Straße ausgebrochen. Allein dort wurden fast 100 000 Euro Schaden verursacht. Noch immer im Gedächtnis ist Vogt auch ein Einsatz in der näheren Umgebung: Ein Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Leinau, bei dem im Februar 2006 ebenfalls rund 100 000 Euro Schaden entstanden. Insgesamt wurde die Kaufbeurer Wehr zu zwei Groß-, zwei Mittel- und 47 Kleinbränden gerufen. Wesentlich häufiger als zum Löschen musste die Wehr zu technischen Hilfeleistungen ausrücken. Diese Zahl stieg von 164 auf 258 Einsätze - eben wegen der Auswirkungen der starken Schneefälle Anfang März. Fast 100 Mal galt es Bäume zu beseitigen, die auf Grund der enormen Schneelast umgestürzt waren, Dächer von den Schneemassen zu befreien und - nach der Schmelze - überflutete Keller und Straßen abzupumpen. 'Das war belastend für uns und für die Arbeitgeber unserer Kräfte', so Vogt.

Dazu kamen unter anderem 34 Verkehrsunfälle und ein Bahnunfall. In 13 Notfällen waren die Floriansjünger gefragt, um Türen zu öffnen, 18 Mal galt es Ölspuren zu beseitigen. Falscher Alarm wurde 28 Mal ausgelöst, wobei sich in zwei Fällen der Meldende geirrt hatte. 21 Mal gingen Brandmeldeanlagen fälschlicherweise los und fünf Mal hatten sich Anrufer einen dummen Scherz erlaubt und die Feuerwehr böswillig alarmiert.

Neben den Einsätzen haben die Kaufbeurer Feuerwehrleute viele weitere ehrenamtliche Stunden investiert: 154 Übungen und Unterrichte standen an, dazu etliche Besprechungen mit anderen Kaufbeurer Rettungskräften.

Zitat

Die Schere klafft immer weiter auseinander. Während die Zahl der aktiven Feuerwehrkräfte Jahr für Jahr zurückgeht, wird die Belastung bei Einsätzen immer größer.}

Thomas Vogt, Kaufbeurer Stadtbrandrat

Zufrieden zeigt sich Vogt mit der Mitgliederstärke der drei Züge. 133 Männer und sechs Frauen leisten derzeit ihren Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr. In Neugablonz allerdings sei die Tagesalarmsicherheit nicht mehr gewährleistet. 'Das ist ein Dauerbrenner. Dort fehlen die Leute. Wird der Löschzug untertags alarmiert, muss bereits ein Trupp der Hauptwache mit ausrücken', erklärt Vogt. Ebenso problematisch steht es um den Nachwuchs. Derzeit besteht die Jugendgruppe aus etwa 20 jungen Mädchen und Buben. 'Wir tun uns aber in der Stadt schwerer, Nachwuchs zu finden, als die Wehren auf dem Land', so Vogt. Er sehe schwere Zeiten auf die Kaufbeurer Wehr zukommen. 'Vielen fällt es einfach leichter, die 112 zu wählen, als selbst mitzumachen', sagt er.

Zuwachs gab es dagegen im Fuhrpark: Geplant war zunächst, einen so genannten Verkehrssicherheitsanhänger zu beschaffen. 'Nachdem wir aber versuchen, die Gelder der Stadt sparsam und effektiv einzusetzen, haben wir uns entschieden, einen unserer beiden Kleinbusse des Katastrophenschutzes umzufunktionieren', erzählt Vogt. Knapp 9000 Euro seien dadurch eingespart worden, weil das Fahrzeug in der Werkstatt der Hauptwache eigenständig umgerüstet wurde. Vogt: 'Ein Arbeiseinsatz, der sich gelohnt hat, denn bei zwei Einsätzen im Januar 2007 hat sich das Fahrzeug schon bestens bewährt.'

iHeute Abend findet um 19.30 Uhr die Jahresversammlung der Kaufbeurer Wehr im Stadtsaal statt.

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