Marktoberdorf
«Das neue Gesetz ist schwammig»

Der Zwist um den Nichtraucherschutz nimmt auch in Marktoberdorf und Umgebung kein Ende. Der Unmut der Gastwirte in der Region ist nach wie vor groß. In der vergangenen Woche hatte der Bayerische Landtag ein neues Nichtraucherschutzgesetz beschlossen, wonach das strikte Rauchverbot ab dem 1. August gelockert wird. Demnach darf ab diesem Tag in Bier- und Festzelten sowie in «Bierstüberln», abgetrennten Nebenräumen und «getränkegeprägten» kleinen Kneipen mit weniger als 75 Quadratmetern wieder geraucht werden.

Für Robert Lipps, Betreiber der «Neuen Post» in Marktoberdorf, ist auch das neue Gesetz «ganz ehrlich einfach nur Mist». «Jeder Wirt sollte es so machen dürfen, wie er will», meint Lipps. Er hatte bis jetzt einen Raucherclub betrieben, doch die sind ab dem 1. August verboten. Bei Lipps darf allerdings trotzdem weiter gequalmt werden. Im Stammlokal dürfen die Raucher ihrer Leidenschaft frönen, das Nebenzimmer bleibt rauchfrei. «Es gibt auch extra zwei separate Eingänge», erklärt Lipps.

Für Veronika Burger vom gleichnamigen Marktoberdorfer Lokal ist die Zukunft dagegen noch nicht ganz klar: «Wir wissen nicht, wie wir es machen sollen. Auch das neue Gesetz ist einfach schwammig», sagt Burger. «Wenn es allerdings so kommt wie geplant, dann machen wir es wieder so wie früher.

» Das heißt, im Bierstüberl darf geraucht werden, in den anderen Gasträumen nicht. Eine Kritik am Nichtraucherschutzgesetz kann sich Burger aber nicht verkneifen: «Es ist eine schlechte Situation. Das Gesetz zerstört einfach die Geselligkeit und reißt Gesellschaften auseinander.»

«Beim Essen darf auf keinen Fall geraucht werden»

Im Gasthaus «Zum Hirsch» wird sich aller Voraussicht nach nicht viel ändern. «Hier ist alles Nichtraucherbereich», sagt Inhaber Ludwig Blochum. Sein Geschäft bestehe überwiegend aus dem Verkauf von Essen, «und die Gäste sind auch sehr froh, dass nicht geraucht wird», sagt Blochum. «Wenn, dann darf auf keinen Fall zu Essenszeiten geraucht werden», stellt Blochum klar.

In Clemens Höfles «Stegmühle» in Biessenhofen existierte bis jetzt ein Raucherclub, der laut Höfle aber nicht angenommen wurde. Nun will der Gastwirt einen Nebenraum zur Raucherzone umbauen. «Ich finde das Gesetz auch gut, denn sowohl Nichtraucher als auch Raucher sollen ihren Platz haben», sagt er.

Jurist Ralf Kinkel vom Landratsamt erwartet mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes keine Probleme: «Es werden sich einige Überschneidungen ergeben. Viele Einraumgaststätten waren Raucherclubs und in denen wird auch in Zukunft geraucht», sagt Kinkel. Das Einhalten des Gesetzes wird nach Kinkels Angaben im Zuge der routinemäßigen Küchen- und Lebensmittelkontrollen überprüft. «Das Wichtigste ist, dass die Lokale klar gekennzeichnet sind. Kinder und Jugendliche dürfen keinen Zutritt haben, wenn geraucht wird.»

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