Interview
«Das kann ich nicht erklären»

Nur drei Jahre nach der Bandgründung können die fünf jungen Musiker der oberbayerischen Band «La Brass Banda» bereits auf eine atemberaubende Karriere zurückblicken. Mit drei Bläsern, Schlagzeug und Bass erspielte sich die Gruppe mit ihren energiegeladenen Auftritten binnen kürzester Zeit Kultstatus weit über Bayern hinaus. Am Sonntag, 7. November, sind La Brass Banda in der Big Box in Kempten zu hören. Wir sprachen mit Oliver Wrage, dem Bassisten, über den erstaunlichen Erfolg der Band und ein altes Feuerwehrauto.

Herr Wrage, ausgerechnet der Bassist muss Interviewfragen beantworten. Nur Zufall, oder die natürliche Strafe, wenn man mit dem E-Bass in einer Brass-Band hantiert?

Wrage: Nein, wir rotieren. Jeder in der Band kann, darf und soll Interviews führen.

Alpen Jazz Techno, Balkan Funk Brass, bayerischer Gypsy Brass - Ihre Musik ist schwer einzuordnen

Wrage: Es ist nicht wichtig, die richtige Schublade zu finden, um sagen zu können, La Brass Banda macht dies und das, mischt das mit dem. Wir Fünf sind mit vielen unterschiedlichen musikalischen Einflüssen aufgewachsen. Unser Publikum und wir denken nicht über Schubladen nach.

Ihr erklärtes Ziel ist: Bayerische Musik soll nicht nur Bierzelte füllen, sondern die angesagten Clubs. Das gelingt Ihnen inzwischen. Wie erklären Sie sich den enormen Erfolg der Band?

Wrage: Das müssten eigentlich andere beantworten. Wir haben sehr viel gespielt, sind viel gereist und haben uns von kleinen Konzerten in Bayern zu immer größeren in fast ganz Europa «hochgespielt». Die Resonanz war immer positiv. Aber schlüssig erklären kann ich es nicht.

Sie treten in Lederhosen und barfuß auf. Schon mal kalte Füße gekriegt?

Wrage: (lacht) Ja, in einer kalten Frühlingsnacht, draußen, irgendwo in Bayern, auf einer scharfkantigen Stahlbühne. Aber das Essen war dafür der Wahnsinn

Es heißt, Sie reisen mit einem alten Feuerwehrauto von Auftritt zu Auftritt. Spötter könnten sagen, die müssen so viele Konzerte spielen, um sich die Reparaturkosten leisten zu können.

Wrage: Kritiker wissen, dass das inzwischen eher ins Reich der Legenden gehört. Leider. Die Distanzen zwischen den Konzerten sind inzwischen zu groß, um sie mit einem alten Feuerwehrauto bewältigen zu können. Den Wagen gibt es aber noch. Und er fährt!

Warum sollte man sich das Konzert am Sonntag nicht entgehen lassen?

Wrage: Weil man im Leben nie weiß, was passiert, aber auf jeden Fall daheim vorm Fernseher weniger, als in der Big Box bei fünf spielwütigen Oberbayern, die frisch ausgeruht Kempten zum Tanzen, Singen, Lachen und Schwitzen bringen wollen. Bis dann! Interview: Andrea Bölle

Das Konzert von La Brass Banda am Sonntag, 7. November, beginnt um 20 Uhr. Vorgruppe: «The Excess».

Will mit «La Brass Banda» am Sonntag die Big Box in Kempten zum Beben bringen: Bassist Oliver Wrage. Foto: privat

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