Buchloe
«Das ist ungesund und geschäftsschädigend»

Es ist heiß, seit Tagen hat es nicht geregnet und es staubt. Jedes Mal, wenn ein Auto über die Schotterpiste am Buchloer Bahnhof fährt, werden Fußgänger, Radfahrer, aber auch die Bauarbeiter in eine schmutzige Wolke gehüllt.

Vergangenen Montag haben die Arbeiten für den neuen Kreisverkehr begonnen, und obwohl über die Entscheidung in Buchloe an sich nur Positives zu hören ist, von den Baumaßnahmen selbst ist niemand begeistert. Von zu wenig Informationen und Einbußen ist die Rede. So auch bei Birgit Höfer, die in der Bäckerei Manhart arbeitet. «Die haben einfach Montagmorgen um sieben Uhr angefangen und keiner wusste Bescheid.» Lediglich dass gebaut wird, sei bekannt gewesen. «Ein Kunde, der gegenüber wohnt, kam morgens nicht mehr aus seiner Einfahrt, das darf wirklich nicht sein.» Dennoch ist Birgit Höfer froh, dass der Kreisel kommt. «Der Verkehrsfluss wird etwas gebremst, das finde ich angenehmer.» Von regelrechtem Chaos berichtet Marisa Moretti, Inhaberin der Eisdiele Eis Bar Ivo. Direkt vor den Tischen ihres Geschäfts steht die Baustellenampel, die den Verkehr der zeitweise nur einspurig befahrbaren Straße regelt.

«Die Ampelschaltung ist völlig absurd, die Grünphase dauert vielleicht knapp eine Minute, während wir dann über sechs Minuten eine Autoschlange vor der Nase haben.» Die laufenden Motoren störten natürlich auch die Gäste, die mittlerweile schon merklich weniger geworden seien. «Es ist nicht nur ungesund, sondern wirklich geschäftsschädigend für uns. Die Kunden haben keine Lust mehr, sich bei dem Gestank hinzusetzen.»

«Irgendwann kracht es da»

Der Einzige, der Verständnis für die Bauarbeiten hat, die noch bis Ende September dauern sollen, ist Hubert Stammel. Sein Bekleidungsgeschäft liegt direkt am Bahnhof, aber er reagiert gelassen. «Den Staub müssen wir in Kauf nehmen. Wenn es zu arg wird, machen wir einfach die Fenster zu.

» Schließlich sei es enorm wichtig, dass der Kreisel endlich komme. Taxifahrer Ulrich Voit dagegen befürchtet genau deshalb noch Probleme. «Bislang geht es, aber wenn man sich den begrenzten Platz ansieht, mache ich mir schon Sorgen.» Denn neben den Taxis und den Linienbussen würden immer wieder auch Kurzzeitparker, die auf Bahnreisende warten auf den Bahnhofsvorplatz fahren. «Da kracht es irgendwann.» Als notwendiges Übel betrachtet Christian Maischberger von der gleichnamigen Metzgerei die Baumaßnahmen. «Wir können die Situation eh nicht ändern, aber die Kunden bahnen sich schon ihren Weg zum Geschäft.»

Auch die Bauarbeiter beklagen sich nicht. Bei fast 40 Grad Hitze in der glühenden Sonne schuften sie, um den Kreisverkehr voranzubringen. «Einfach viel trinken, dann geht alles», so Kapo Harald Schifferer. Und weiter meint er: «Immer noch besser, als bei Regen arbeiten zu müssen. Selbst wenn es staubt.»

Vollsperrung: Ab kommenden Dienstag, 13. Juli, bis voraussichtlich Freitag, 16. Juli, wird die Kaufbeurer Straße ab dem Kreisverkehr am Wasserturm vollständig gesperrt. Anlieger können die Innenstadt über die Umleitung über Rudolf-Diesel-, Karwendel- und Mindelheimer Straße erreichen.

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