Das Halbfinale ist Pflicht

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Von Daniel Halder | Memmingen Diese Konstellation ist einzigartig. Mit Reiner Vorderbrüggen (37) und Marc Pethke (34) hat der Eishockey-Bayernligist ECDC Memmingen derzeit gleich zwei Torhüter, die einst in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zwischen den Pfosten standen. Die Verpflichtung des Kaufbeurers Pethke war nötig geworden, nachdem sich Stammtorwart Vorderbrüggen Anfang Dezember den Finger gebrochen hatte. Mittlerweile ist 'Voppe', wie ihn die Fans nennen, wieder fit und bildet zusammen mit Pethke das wohl stärkste Torhüter-Duo der Bayernliga. Die Memminger Zeitung hat mit Pethke über die aktuelle Situation und die Aussichten für die Playoff-Runde gesprochen.

Wie kam eigentlich der Kontakt nach Memmingen zustande?

Marc Pethke: Nachdem sich Reiner Vorderbrüggen verletzt hatte, ist Indians-Vorstand Helge Pramschüfer auf mich zugekommen. Den Kontakt hatte übrigens Vorderbrüggen selbst hergestellt. Wir kommen beide aus Kaufbeuren und kennen uns schon sehr lange.

Das hat sicher geholfen, sich im neuen Team zurecht zu finden, oder?

Pethke: Ich spiele ja nicht seit gestern Eishockey und hatte schon einige Stationen. Viele der Jungs kannte ich also schon, es sind ja auch einige ehemalige Kaufbeurer darunter. Generell gefällt es mir deshalb sehr gut in Memmingen. Auf Helge Pramschüfers Wort kann man sich jedenfalls verlassen.

Spielen Sie damit auf die Situation bei Ihrem Ex-Club EC Ulm/Neu-Ulm an? Dort hatte der Vorstand den Spielern vieles versprochen - ehe es traurig endete: Der ECU ist inzwischen Bankrott.

Pethke: Ach, in Ulm hatte es mir auch gefallen - das große Problem war dort leider der Vorstand, der alle Zusagen nicht eingehalten hat. Das ist in Memmingen zum Glück ganz anders.

Ulm haben Sie am Ende der vergangenen Saison verlassen, danach waren Sie ein halbes Jahr ohne Club. War nicht das richtige Angebot dabei oder dachten Sie sogar ans Aufhören?

Pethke: Ich muss nicht mehr unbedingt spielen. Ich hatte ja auch schon mal eine längere Pause, als ich 2004 einen Motorradunfall hatte. Und mittlerweile steht eindeutig der Beruf im Vordergrund: Ich bin selbständig, da kommt ein Profi-Angebot nicht mehr in Frage. So habe ich mich halt in der Hobby-Mannschaft meines Bruders fit gehalten. Das ist zwar ein anderes Tempo als in der Bayernliga, aber Spaß hatte ich immer.

Die Verletzung von Vorderbrüggen ist schneller verheilt, als befürchtet wurde. Für die Indians ist es sicher gut, zwei so starke Torhüter zur Verfügung zu haben. Gibt es dennoch einen Konkurrenzkampf?

Pethke: Nein. Ich habe überhaupt kein Problem, wenn der Reiner spielt und die Nummer eins ist.

Ein Torhüter, der in der DEL für Kaufbeuren, Augsburg, Oberhausen und Frankfurt gefangen hat, gibt sich damit zufrieden, die Nummer zwei in der Bayernliga zu sein? Das ist schwer zu glauben.

Pethke: Ich sage es mal so: Ich habe mir den Platz ja nicht erkämpft, sondern ihn nach seiner Verletzung nur geerbt. Deshalb musste er nach seiner Rückkehr jetzt auch wieder die Nummer eins sein - das haben wir von Anfang an geklärt.

Aber Sie werden doch weiterhin zu Einsätzen kommen, oder?

Pethke: Der Trainer hat die Qual der Wahl. Vielleicht macht er es von der Tagesform abhängig, wer von uns beiden spielt.

Was die Torhüter angeht, geht der ECDC also gut gerüstet in die Playoffs. Wie lautet die Zielsetzung?

Pethke: Wir wollen auf jeden Fall weit kommen. Mit dieser Mannschaft ist es eigentlich Pflicht, die erste Runde zu (das Viertelfinale, Anm. d. Red.) zu überstehen. Klar werden wir niemanden unterschätzen, aber wir sind auf jeden Fall sehr spielstark. Ich hoffe, dass wir von Verletzungen verschont bleiben.

Werden wir Marc Pethke nächstes Jahr noch im Trikot der 'Indians' sehen?

Pethke: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Mal sehen: Wenn eine Gruppendynamik entsteht und viele hier bleiben, und wenn man mich noch will, dann kann man mich vielleicht schon überreden.

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