Memmingen
«Das haben wir so erwartet»

Die Ankündigung von Oberbürgermeister Dr.Ivo Holzinger, heuer nochmals zu kandidieren (wir berichteten), hat die politischen Akteure in Memmingen nicht überrascht. «Das haben wir so erwartet», sagt beispielsweise Dritter Bürgermeister Helmut Börner von den Freien Wählern. Spätestens jetzt beschäftigen sich die Parteien intensiv mit der OB-Wahl, die voraussichtlich im Sommer stattfindet. Kandidaten müssen nominiert werden oder es gilt die Frage zu klären, ob man einen anderen Bewerber unterstützt.

Er freue sich sehr, dass Holzinger in Zeiten der Finanzkrise nochmals antritt, sagt Rolf Spitz, Vorsitzender der Memminger SPD. In dieser schwierigen Phase brauche die Stadt erfahrene Leute. Die offizielle Nominierung von Holzinger solle nun möglichst schnell über die Bühne gehen, so Spitz weiter: «Allerspätestens im März.»

«Für mich war das keine Überraschung», kommentiert Josef Miller, Vorsitzender der Memminger CSU, die Entscheidung des Oberbürgermeisters. Ansonsten gibt sich der Ex-Minister einsilbig. Auf die Frage, wen die Christsozialen ins Rennen schicken werden, antwortet Miller: «Wenn Entscheidungen gefallen sind, werden wir sie mitteilen.» Damit sei bald zu rechnen.

Bei den Freien Wählern (FW) wolle man in einer Fraktionssitzung am nächsten Dienstag über das weitere Vorgehen sprechen, kündigt Börner an. Eine Entscheidung, ob die FW einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, werde wohl bis Mitte März fallen: «Es gibt bei uns ein sehr breites Meinungsspektrum.»

Bei ihm sei es so, dass er Holzingers Entscheidung «eher bedauere», sagt ÖDP-Fraktionschef Dieter Buchberger: «Verwaltung und Oberbürgermeister bilden eine starre Masse, da prallt man als Stadtrat ab. Wir hätten ganz gerne eine neue Politik.» Bei den Ökodemokraten gebe es die Tendenz, keinen eigenen Bewerber zu nominieren, berichtet Buchberger.

Da Holzinger wieder antritt, werde der Christliche Rathausblock (CRB) keinen Kandidaten aufstellen, so Fraktionschef Wolfgang Courage. Es werde wohl darauf hinauslaufen, dass der CRB den Bewerber einer anderen Partei unterstützt. Mehr lasse sich dazu erst sagen, wenn alle OB-Kandidaten feststehen.

«Wir werden voraussichtlich niemanden nominieren», betont Herbert Diefenthaler, Grünen-Gruppensprecher im Stadtrat. Je mehr Kandidaten es gebe, desto größer würden die Chancen für den Amtsinhaber. In Diefenthalers Augen wäre es sinnvoll, wenn die Amtszeit von Oberbürgermeistern und Landräten auf drei Wahlperioden begrenzt würde. Holzinger strebt nun seine sechste Amtsperiode an.

Der OB wolle noch dafür sorgen, dass bestimmte Projekte realisiert werden, glaubt Albert Schweiger, FDP-Gruppensprecher im Stadtrat. Nach seinen Erkenntnissen sei in der Bahnhofstraße ein großes Einkaufszentrum geplant, das die FDP ablehne, «weil es die Stadt nicht verträgt». Bei den Freien Demokraten gebe es die Tendenz, mit einem Kandidaten in den Wahlkampf zu ziehen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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