Immenstadt / Oberallgäu
Das Eltern-Forum ist «maßlos enttäuscht»

«Maßlos enttäuscht» ist das Eltern-Forum-Allgäu (efa), was «von vollmundigen Versprechungen zu Wahlzeiten übrig geblieben ist». Die Bedingungen des Kultusministeriums für Kooperationsmodelle zwischen Haupt- und Realschule könne keine der antragstellenden Oberallgäuer Schulen erfüllen. «Die von der Staatsregierung angekündigte Stärkung des ländlichen Raumes kommt bei uns nicht an», schreibt efa-Sprecherin Karin Hausmann an Kultusminister Ludwig Spaenle.

Folge für das Oberallgäu: Laut Hausmann wird man in absehbarer Zeit keine Hauptschule mehr an Orten mit einer Einwohnerzahl von 5000 (Weitnau, Oy-Mittelberg und Bad Hindelang), 7000 (Oberstaufen) oder gar 10000 (Oberstdorf) finden. Dabei hätten sich die Hauptschulen für ihren Antrag zur «Ländlichen Bildungsoffensive Oberallgäu» (wir berichteten) sehr intensiv mit der aktuellen Situation ihrer Schule befasst. Sie hätten gemeinsam mit den Sachaufwandsträgern, Eltern und der «enormen Unterstützung» von Landrat Gebhard Kaiser, passgenaue Konzepte erarbeitet, um die Hauptschulen an den Standorten langfristig zu sichern. Die durchschnittlichen Beförderungskosten betragen dort demnach bereits knapp 600 Euro je Schüler. Hausmann: «Könnte das Geld nicht größtenteils durch eine Schule vor Ort eingespart werden?»

Scharfe Worte der Grünen

Unverständnis findet beim Eltern-Forum, dass die Ausschreibungsbedingungen ein durchdachtes Modell wie die «Ländliche Bildungsoffensive Oberallgäu» zunichtemachen könnten. Die vom Kultusminister gewünschten Gesprächsforen im Oberallgäu seien bereits gegründet und die Konzepte zugeschnitten.

Scharfe Worte gibt es von den grünen Landtagsabgeordneten Thomas Gehring und Adi Sprinkart: Sie werfen dem Kultusminister Versagen vor. Der Minister habe die Chance gehabt, etwas für bedrohte Schulstandorte zu tun. Doch bei diesen Vorgaben habe keines der vor Ort entwickelten Modelle eine Chance.

Für Sprinkart ein Affront: «Zuerst macht die Koalition Hoffnung und lässt Betroffene mit großem Aufwand Modelle entwickeln; dann sagen die Richtlinien, dass nichts davon geht.»

Besprechung: Montag, 11. Mai, Zusammenkunft von Schulleitern, Bürgermeistern, Vertretern des Landratsamts und des Eltern-Forums sowie der örtlichen Abgeordneten. Ein neuer Antrag muss dem Ministerium bis 26. Mai vorliegen.

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