Buchloe
Das Beste kommt zum Schluss

Mit einem in jeder Beziehung groß angelegten Konzert für Orgel und Sinfonieorchester gingen am Sonntag die Feierlichkeiten zum «50. Geburtstag» der Steinmeyer-Orgel in der Buchloer Stadtpfarrkirche zu Ende. Kirchenmusiker Thorsten Schmehr hatte sich ein recht ambitioniertes Programm vorgenommen.

Zusammen mit Dirigent Christoph Schenk, dem Organisten-Kollegen Wolfgang Münchow, dem Saar-Lothringischen Kammerorchester und Musikern aus Buchloe und Umgebung sowie der Mezzosopranistin Michaela Reiser-Schenk wurden in nur kurzer Probenzeit Josef Gabriel Rheinbergers Orgelkonzert, das «Salve Regina» Mendelssohn-Bartholdys sowie die «Première Symphonie» von Alexandre Guilmant einstudiert.

Klanglich beeindruckend

Räumlich eng wurde es auf der Kirchenempore: Guilmant zum Beispiel verlangt einen recht umfangreichen Bläserapparat. Im Sinne eines ausgewogenen, gleichberechtigten Klanges, ging dieser streckenweise platzbedingt zu Lasten der tieferen Streicher. Dennoch wurde unter den gegebenen Bedingungen ein bestmögliches, insgesamt überzeugendes und klanglich beeindruckendes Ergebnis erzielt.

Thorsten Schmehr gestaltete den Solopart im Rheinberger-Konzert trotz einer recht kraftvollen Instrumentation im ersten Satz sehr transparent. An Forte-Stellen setzte er leuchtende, farbenreiche Akzente und sorgte dafür, dass die Hörner im Schlussabschnitt zunehmend ihre Signalwirkung entfalten konnten.

Streckenweise sensibel und zart gewoben war der Mittelsatz. In zügig genommenem Alla-breve-Takt durfte Schmehr sein Instrument zum Schwelgen bringen. Apart zeigte sich das «Salve Regina» von Mendelssohn-Bartholdy: Über einem phasenweise lieblichen, synkopisch-verschachtelt und pulsierend gebauten Streicher-Fundament zeigte sich der Mezzosopran von Michaela Reiser-Schenk anfangs recht dunkel, fast belegt.

Innerhalb kurzer Zeit blühte er zu glanzvoller Strahlkraft auf, die in den Spitzenlagen schnell eine gewisse Schärfe annahm. Nochmals gebündelt wurden alle Kräfte im Hauptwerk des Abends: Guilmants Symphonie für Orgel und Orchester. Die kraftvollen Ecksätze lebten von ihrem spannungsgeladenen Themenmaterial, das die Musiker mit Konzentration, Einsatzwillen und Freude umsetzten.

Geschickt durchbrochene kontrapunktische Arbeit sorgte dafür, dass man nicht in erschlagendem Dauer-Forte versank - über weite Strecken war dennoch der Toccata-Charakter und damit eine gewisse Nähe etwa zu den bekannteren Werken Boellmanns unüberhörbar.

Weiche Bläserfarben

Auch die Pastorale als Mittelsatz, die von weichen Bläser-Farben dominiert wurde, erinnerte im Grundgestus an das «Prière de Notre Dame». Mit einem als Hommage an Schumann gedachten Marsch-Finale Guilmants als Zugabe ging der mit einer guten Stunde recht kompakte Konzertabend zu Ende.

Stadtpfarrer Reinhold Lappat dankte allen Mitwirkenden und Zuhörern für ihr Engagement, Interesse und die zum Ausdruck gebrachte «Verbundenheit mit der Kirche und dem Instrument».

Der Stadtpfarrer sprach schon mal «vorsorglich» eine Einladung zum nächsten Jubiläum in 50 Jahren aus.

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