Füssen
Das «Auge» der Bundeswehr

So sieht es also aus mitten im «Herz» der modernen Luftaufklärung: Die Bodenkontrollstation im sechs Meter langen Metallcontainer strotzt nur so vor Rechnern, Kabeln und Monitoren. Fünf Soldaten sitzen hier im Einsatz bei fast 30 Grad Hitze und summenden Computer-Gebläsen, um den Flug der Aufklärungsdrohnen zu überwachen und die sofort gelieferten Infrarotbilder auszuwerten.

Seit Juli gehören die «Kleinfluggeräte Zielortung» - kurz KZO genannt - zur Ausrüstung des Füssener Gebirgsaufklärungsbataillons 230. «Mit Drohnen gearbeitet haben wir bei Einsätzen und Übungen auch schon vorher», erläutert Kommandeur Oberstleutnant Ralph Malzahn jüngst bei einer Vorführung des Systems für die Reservistenkameradschaft Königswinkel.

Doch erst vor kurzem erhielt die Einheit ihre eigenen Flugkörper. Bis zu vier Stunden am Stück können die 160 Kilo schweren, unbemannten Drohnen fremdes Terrain erkunden. «Damit gewinnen wir aus großer Entfernung schnell ein Lagebild, ohne dabei Soldaten zu gefährden - und das auch nachts oder bei Nebel», verweist der Kommandeur auf den großen Vorteil des modernen Aufklärungssystems.

Drei Jahre lang dauerte die Ausbildung des 30-jährigen Hauptfeldwebel Thomas B., der binnen Sekunden aus einer Fülle von Informationen alle Objekte herausfiltert, die für die eigene Truppe von Bedeutung sein könnte. Er muss bewerten, ob es sich bei der Menschentraube hinter einem Gebäude nur um harmlose Bauern mit ihrem Vieh oder die Vorbereitung eines Raketenabschusses handelt.

Beim jüngsten Afghanistan-Einsatz bedeutete dies: Jedem Konvoi der Bundeswehr und ihrer Verbündeten flog in bis zu 4000 Metern Höhe eine Drohne voraus. Das «Auge» der Bundeswehr lieferte detaillierte Bilder von Geländeformationen, Fahrzeugen und sogar den Menschen unter ihm. «In einer Schafherde kann man den Schäfer ausfindig machen», veranschaulicht Thomas B.

Lässt die Luftaufklärung auf eine zweifelhafte oder gar gefährliche Situation schließen, werde der Konvoi am Boden sofort gestoppt. «In der Regel wird dann ein Spähtrupp losgeschickt, um sich Klarheit zu verschaffen.» Fazit von Thomas B.: «Unsere Aufklärung hat schon manches Leben gerettet.»

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