Kempten
Dampfschnaubende Stahlrösser in Miniatur

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Die Geschichte des Mannes, der Lokomotiven und Schiffe nachbaut, beginnt anders als gedacht. Denn Lokführer wollte Heinz Schneider als Bub nicht werden. «Nein», lacht der 67-Jährige, «das war kein Kindheitstraum.» Und doch bestaunte er als Jugendlicher oft die dampfschnaufenden Stahlrösser im Kemptener Hauptbahnhof. Die Technik faszinierte ihn. Und vor allem, «was man mit Dampf für Kräfte erzeugen kann».

Eine Leidenschaft, die den späteren Maschinenbaumeister nicht mehr losgelassen hat. Seit nunmehr 30 Jahren ist Modellbau das Hobby des Kempteners. In zahllosen Arbeitsstunden entstanden technische Wunderwerke. Aufwändige Kraftmaschinen im Miniaturformat. «Es gab Tage, da habe ich ihn nur noch zum Essen angetroffen», meint augenzwinkernd Ehefrau Christina.

Der Spaß für ihn sei nicht nur das Konstruieren und Bauen der Unikate, «sondern das Ergebnis, am Ende eine funktionsfähige Dampfmaschine vor mir zu haben», sagt Schneider. Zunächst schuf er eine stationäre Anlage mit Kessel, Gasbefeuerung, Armaturen und Sicherheitseinrichtung sowie einer Zwei-Zylinder-Dampfmaschine. Hinzu kamen zwei dampfangetriebene Boote, sogenannte Pinassen.

In acht Jahren entstanden zudem zwei Dampfloks und eine Diesellok mit Elektroantrieb sowie einige Güterwagen im Maßstab 1:11. Rund 5000 Stunden hat er dafür aufgebracht. Besonders stolz ist der 67-Jährige auf sein jüngstes Werk, eine schwarz-rote Tenderlok der Baureihe 67. Schneider: «Vier Jahre habe ich daran getüftelt.» Das Original wurde 1937 in Esslingen gebaut und sei heute eine funktionsfähige Museumslok.

Das Tender-Modell wiegt 72 Kilo. Es wird mittels Anthrazitkohle beheizt und mit Heißdampf gefahren. Wie bei großen Loks, so Schneider, müssten auch im Modell technische Installationen wie Druckmanometer, Wasserstandsanzeige oder Dampfspeisepumpe voll funktionsfähig sein.

Bisher sind Schneiders Exponate für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. «Wenn sich eine Möglichkeit ergeben sollte, stelle ich die Stücke gerne einmal aus», sagt der Mächler. Langweilig wird es ihm sicherlich auch in Zukunft nicht. Derzeit tüftelt der Kemptener an einem 14-Zylinder-Stern-Motor. Und in den Wintermonaten sollen unter seinen geübten Händen zwei Personenwagen mit Nostalgie-Holzbänken Format annehmen.

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