Damit nicht das falsche Knie operiert wird

Kaufbeuren/Ostallgäu | mab | 'Mann falsches Bein amputiert' - wer kennt sie nicht, die Schlagzeilen aus der Krankenhauswelt, die immer wieder in Zeitungen zu lesen sind. Meist passiert das Ganze irgendwo, weit weg, aber wenn man sich selbst einmal auf den OP-Tisch legen muss, dann gehen dem einen oder anderen genau diese Gedanken durch den Kopf. 'Die Angst ist real, wir bekommen vor Eingriffen häufig Fragen in dieser Richtung gestellt', erläutert Dr. Joachim Klasen, Chefarzt der Anästhesie und Ärztlicher Direktor des Kaufbeurer Klinikums. 'Deshalb haben wir einen Standard entwickelt, der die Gefahr, dass beispielsweise das falsche Knie operiert wird, auf null senken soll.' Ausdrücklich weist er darauf hin, dass diese Idee in Kaufbeuren nicht aus der Not geboren wurde: 'Wir hatten einen solchen Fall bislang nicht. Aber eine einzige falsche Operation wäre zu viel.' Deshalb regte die OP-Managerin Dr. Erika Rössler, Oberärztin der Abteilung für Anästhesie, die Einführung eines Verfahrens an, das das Risiko einer Verwechslung minimiert.

Dies sieht so aus: Beim Aufklärungsgespräch des Arztes, meist schon ein oder zwei Tage vor der OP, legt der Mediziner dem Patienten ein Armband auf der Seite an, die später operiert werden soll. Auf dem Armband sind Informationen zur OP notiert. Der Patient ist dabei in der Regel wach und ansprechbar und bekommt diesen Vorgang noch voll mit.

Am Tag der Operation wird der Patient, der nach wie vor das Armband trägt, vor der Narkoseeinleitung noch einmal angesprochen, die Informationen, die auf dem Bändel zu finden sind, abgeglichen. In einem letzten Schritt, bereits am OP-Tisch, hält das Personal noch einmal zu einem sogenannten 'Team time out' inne. Zu Deutsch: Vor dem Schnitt wird noch einmal bewusst verinnerlicht, ob es sich um das richtige Körperareal handelt. 'Wir glauben, so die Sicherheit für die Patienten deutlich erhöht zu haben.' Dabei handle es sich zugleich um ein einfaches Verfahren, das auch kaum Kosten verursacht, außer für die Bändchen. 'Und das ist ein Massenartikel, dessen Einzelpreis im Centbereich liegt', so Klinikensprecherin Simone Schmid. Ein halbes Jahr lang wurde die neue Methode getestet, die Pilotphase gilt als erfolgreich abgeschlossen, so Klasen. Deshalb wird es jetzt auch in den anderen Häusern der Kreiskliniken Ostallgäu/Kaufbeuren, in Buchloe, Obergünzburg, Marktoberdorf und Füssen, eingeführt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019