Gesundheit
Damit Männer länger leben

Evangelischer Pfarrer müsste man sein. Denn unter den Männern hat diese Berufsgruppe die längste Lebenserwartung. Am frühesten sterben Gastwirte und Ärzte. Dr. Marcus Pöppel ist trotzdem Arzt geworden, Facharzt für Urologie und Andrologie und als solcher Experte für Männer. Vor der Männergruppe Steinheim sprach er jetzt über das Thema «Gesund älter werden - was für Männer wichtig ist».

<%img scl_width='450' scl_height='600' id='534682'%>Der Mann muss sich schon einmal damit abfinden, dass er im Schnitt sechs Jahre früher stirbt als die Frau. Soll sein Leben nicht noch kürzer werden, muss er aktiv werden. Pöppel, der seit 2005 in Memmingen als Urologe niedergelassen ist, zeigte das Bild eines Mannes, der ganz klar zu dick ist, zu viel Fett belastet seinen Körper. Die Folgen? Seine Bauchspeicheldrüse ist erschöpft, er bekommt Diabetes, die Leberwerte steigen, die Arterien verkalken, der Blutdruck steigt, er wird wohl einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen. Was kann dieser Mann jetzt noch tun? Viel, meint Pöppel. Auch jetzt noch mit Sport anfangen, moderat, aber regelmäßig und ausdauernd. «Auch wenn man erst mit 55 mit Training beginnt, kann man biologische Jahre für sich herausholen. Früher standen die Tätowierten im Fitnessstudio, heute sind es die Rentner.» <%tbr scl_width='600' scl_height='15' title='Trenner' from='inject'%>

Auch eine gute Beziehung zur Partnerin sei der Gesundheit förderlich, so Pöppel. Die Trennung von einer Frau koste nicht nur Geld, sondern auch Lebensjahre. Sport, nicht zu viel Fett im Essen und auf die Partnerschaft achten. Das kann der Mann also schon mal selbst in die Hand nehmen.

Bei anderen Problemen könne der Arzt helfen, sagte Pöppel. Etwa bei Hormonveränderungen in den Wechseljahren des Mannes oder auch beim Thema Sexualität. «Sexualität ist heute nicht nur für den 40-Jährigen aktuell, sondern auch für den 60- oder 70-Jährigen», sprach Pöppel aus Erfahrung als Arzt. Die Ursachen von Erektionsstörungen etwa seien zu zwei Drittel Diabetes oder eine Erkrankung der Blutgefäße, beides behandelbar. Mit Viagra zum Beispiel. Pöppel erzählte die Geschichte des potenzsteigernden Mittels: Als Blutdrucksenker sei es erfunden worden, habe aber nicht gut genug gewirkt.

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«Doch die Firma bekam die Medikamentenproben nicht zurück. Erst als die Männer erklärten, warum sie das Mittel nicht mehr hergeben wollten, erkannte man die Wirkung.» Über Viagra sei viel Falsches berichtet worden, erklärte Pöppel. Er verschreibe es seit zwölf Jahren und keiner seiner Patienten sei zu Schaden gekommen. «Wenn das Herz stabil ist, also wenn man etwa mit dem Fahrrad den Schweizerberg hochkommt, und wenn man keine Nitrate einnimmt, dann verträgt man auch Viagra.»

Zum Thema Krebs sagte der Urologe, dass Prostata- und Darmkrebs 60 Prozent der Erkrankungen bei Männern ausmachen. Beides Krebsarten, die bei rechtzeitiger Diagnose gut geheilt werden könnten. Er empfahl deshalb dringend Vorsorge ab dem 45. Lebensjahr. «Das Problem bei einem beginnenden Prostatakrebs ist, dass es am Anfang keine Symptome gibt.

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Man muss also gezielt danach suchen», erläuterte der Arzt. Er kritisierte, dass die Vorsorgeuntersuchung, die von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werde, nicht ausreiche. Für eine genauere Vorsorge seien also Zuzahlungen des Patienten nötig. «Vergleichen Sie die Ausgabe mit den vielen Airbags im Auto, die oft nie zum Einsatz kommen. Für diese passive Sicherheit geben wir viel Geld aus.»

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