Sommerferien
Da arbeiten, wo andere Spaß haben:Schwimm-Meister im Cambomare in Kempten

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Klingt nach Traumjob: Bademeister - falsche Bezeichnung, es heißt: Schwimm-Meister im größten Freibad im Allgäu. Allerdings auch ein Job mit großer Verantwortung. Manchmal auch mit sehr großer, wenn es um die Gesundheit der Badegäste oder gar um Lebensgefahr geht.

Den "Bademeister", wie er im Volksmund heißt, hat es so noch nie gegeben, sagt Michael Gaugel (40), Meister für Bäderbetriebe seit acht Jahren und seit einem Jahr leitender Schwimm-Meister im Cambomare. "Schwimm-Meister" lautet die genaue Berufsbezeichnung für die Angestellten im Freibad, die Kinder und Jugendliche oft als "Spielverderber" wahrnehmen, die aber eben auch dafür sorgen, dass aus Spaß nicht lebensgefährlicher Ernst wird.

Zum Aufgabenbereich gehört beispielsweise Erste Hilfe. Das geht beim Bienenstich los und endet im schlimmsten Fall bei der Wiederbelebung. Ernste Fälle kommen immer wieder vor. Wenn beispielsweise jemand im flachen Becken (verbotenerweise) einen Kopfsprung macht und auf den Beckenboden knallt. Wirklich lebensbedrohliche Fälle allerdings seien "ganz ganz selten", so Gaugel.

Wenn jemand, dem er helfen konnte, sich bedankt, freut sich der Schwimm-Meister. Nicht so schön sind die Momente, wenn er Müll entdeckt, wo er nicht hingehört (Eisverpackung auf dem Rasen, Flaschen im Gebüsch) oder - noch übler - "fäkale Verunreinigungen, die leider immer wieder vorkommen". Diese Verunreinigungen betreffen selten mal das Wasserbecken, regelmäßig aber die Toilettenanlagen, wo so mancher "auch nicht immer das trifft, was er treffen sollte".

Was den üblichen Ärger mit Ausschreitungen oder Auseinandersetzungen zwischen Personen oder Personengruppen angeht, geht es im Cambomare laut Gaugel sehr ruhig zu. "Worauf wir auch sehr stolz sind: Dass wir keinen zusätzlichen Sicherheitsdienst brauchen." Das sei in anderen Freibädern vergleichbarer Größenordnung durchaus üblich.

Fast jede Berufsgruppe hat ihre Klischees: Schwimm-Meister = Mädchenschwarm? - "Nein", sagt Gaugel. "So wie es in gewissen amerikanischen Fernsehserien dargestellt wird, ist es nicht der Fall." Und der Bikini-Ablenkungs-Effekt? "Von den Bikinis wurde ich eigentlich noch nie abgelenkt, das sage ich auch ganz ehrlich, ohne zu flunkern, weil das Hauptaugenmerk auf der Sicherheit des Badegastes liegt. Dass man das ausnutzen würde, um die Damenfiguren im Bikini besser zu betrachten: ganz klares Nein."

Autor:

Holger Mock aus Kempten

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