Kempten
CSU bei 40 Prozent, SPD am Tiefpunkt und die «Kleinen» im Höhenflug

2Bilder

Die Zeit der absoluten Mehrheit der CSU ist vorbei. Die Parteien-Landschaft wird vielfältiger. Die SPD hat einen weiteren Tiefpunkt erreicht. Und das Wählerinteresse ist so gering wie noch nie: Das sind die Eckdaten der Bundestagswahl 2009 für die Stadt Kempten. Eine Bilanz:

CSU: In den Zweitstimmen rutschte die CSU in Kempten auf ihr schlechtestes Ergebnis seit der Wahl von 1949. Und beim Direktmandat - das die Christsozialen seit 25 Jahren mit über der Hälfte der abgegebenen Erststimmen besetzt hatten - fiel Dr. Gerd Müller bei seiner fünften Wahl erstmals unter die 50-Prozent-Marke (47,6 Prozent). Dabei hatte die Partei einen engagierten Wahlkampf geführt und mit Karl-Theodor zu Guttenberg ihren derzeitigen Top-Mann nach Kempten gelotst. Der Versuch, das Abwandern der Zweitstimmen zur FDP zu verhindern, ging daneben.

SPD: Noch schlimmer erwischte es die Sozialdemokraten. Sowohl in den Erst- als auch in den Zweitstimmen fuhren sie das schlechteste Ergebnis ein, das sie je bei einer Bundestagswahl erreichten. Mittlerweile sind sie nicht mehr zweitstärkste Kraft in Kempten sondern nur noch an dritter Stelle. Mit 15,5 Prozent liegen sie hinter der FDP.

FDP: Die Kemptener Liberalen erlebten am Sonntag einen wahren Höhenflug und sind die eigentlichen Gewinner der Wahl: Nach über 25 Jahren schicken sie mit Stephan Thomae wieder einen eigenen Abgeordneten aus dem Kreisverband in den Bundestag. Außerdem erzielten sie mit 16,4 Prozent ihr bestes Wahlergebnis aller Zeiten. Bisher lag die FDP bei Bundestagswahlen in Kempten um die zehn Prozent.

Grüne: Auch die Grünen legten kräftig zu und kamen in Kempten erstmals über die Zehn-Prozent-Marke. Thomas Hartmann schaffte als Direktkandidat mit seinen 13 Prozent im Schnitt sogar über fünf Prozent mehr als seine Vorgänger.

Die Linke: Was sich vergangenes Jahr bei der Landtagswahl angedeutet hatte, bestätigte sich am Sonntag: Die Linke ist als fünfte politische Kraft in Kempten angekommen - mit 7,3 Prozent in den Zweit- und 6,8 Prozent der Erststimmen für Stefan Albanesi schafft sie erneut den Sprung über die fünf Prozent.

Wahlbeteiligung: Und wieder ein Negativ-Rekord: Mit 65,3 Prozent sackte die Wahlbeteiligung zum ersten Mal unter die 70er Marke. Zum Vergleich: 1976 war die größte Beteiligung mit 89,4 Prozent, 2005 gingen noch 72,6 Prozent Wählen.

Ungültig: Für Heiterkeit sorgte bei der Auszählung ein Name, der nicht vorgesehen war - Horst Schlämmer. Er tauchte immer wieder bei den 405 ungültigen Erststimmen auf.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen