Vortrag
Christoph Emmelmann setzt als Therapeut und Trainer auf die heilende Wirkung des Humors

Urlaub? Christoph Emmelmann hat darauf lange Zeit verzichtet. Erholsames Wochenende? Christoph Emmelmann hat sich das jahrelang nicht leisten können. Am Abend ins Kino gehen? Christoph Emmelmann hatte stets Besseres zu tun.

Gut zehn Jahre ist es nun her, als dieser Emmelmann, gelernter Bauschlosser, Betriebswirt und Inhaber mehrerer Firmen, ein rastloses Leben führte. Eines auf der Überholspur der Autobahnen, auf denen er jährlich rund 100000 Kilometer mit seinem Auto runter spulte. Immer auf Achse für seine Unternehmen, immer unter Strom, immer vom finanziellen Erfolg besessen. Eines Tages war der Bogen überspannt. Es begann der Zusammenbruch des Christoph Emmelmann. Privat (seine Frau ließ sich von ihm scheiden), geschäftlich (Insolvenz), körperlich (schwere Herzoperation).

Der einstige Shooting-Star stand vor dem Nichts, vor dem finanziellen Ruin und wohnte als Arbeitsloser wochenlang in einem kleinen Zelt am Ammersee. Was Christoph Emmelmann macht, wenn er seinem Gesprächspartner heute von dieser Zeit erzählt? Er lacht.

Nein, das ist kein schlechter Witz, sondern eher eine Therapie. Der gebürtige Münchner kam nach dem totalen Absturz wieder auf die Beine, lernte zu leben, sich zu freuen - und ist heute Lachtrainer, Buchautor und Therapeut. Am 17. März präsentiert er in Marktoberdorf sein Programm «Humor - der Impuls, der Menschen bewegt». «Ich will den Leuten zeigen», sagt er, «dass lachen etwas ganz Wichtiges ist im Leben und uns einfach gut tut.»

Lachen als Medizin. Gute Laune als Mittel, das Immunsystem zu stärken und Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Emmelmann ist von dieser Wirkung überzeugt, denn auch ihm habe der Humor geholfen, das zeitweise desaströse Leben wieder in den Griff zu bekommen.

«Ich bin ein humorvoller Mensch», antwortet Emmelmann auf die Frage, wie oft er denn schon gelacht habe am Tag dieses Interviews. Es ist früher Nachmittag, und Emmelmann kann seine Lacheinheiten zwar nicht genau in Minuten angeben. Aber er versichert: «Ich trage ein permanentes innerliches Lächeln in mir.» Er sei ein zufriedener Mensch, sagt er, den nichts so schnell aus der Spur bringen könne. Das Lachen und die positive Einstellung zum täglichen Leben haben ihn wieder gesund gemacht, ist sich der 49-Jährige sicher.

Mit diesem Glauben ist Christoph Emmelmann nicht alleine. Die Idee des Lachyogas kommt aus Indien. Und wissenschaftlich betrachtet, fördert ein herzhaftes Lachen die Durchblutung, dämmt Stresshormone, senkt den Blutdruck, beruhigt die Nerven, erweitert die Lunge, massiert innere Organe. Immer mehr namhafte Unternehmen, hat Emmelmann festgestellt, öffnen sich dieser Art, ihre Belegschaft zu motivieren und zu animieren: «Ich gebe viele Kurse in Firmen, die als Prävention dienen.»

Lachtraining als Schutzschild vor immer häufiger registrierten Krankheiten wie Burn-Out-Syndrom oder Nervenzusammenbruch. «Unsere Gesellschaft», glaubt Emmelmann, «ist geprägt von einem Negativ-Denken.»

Jedenfalls entdecke er in den Medien mehr Beiträge und Studien über Themen wie Depressionen, Rücken- und Bandscheibenprobleme oder psychosomatische Krankheiten, als über Möglichkeiten, sich fit und jung zu halten.

Dieser Entwicklung wolle er entgegentreten - als Lachtrainer, Therapeut und Buchautor. Und mit einem Abend wie jenem in Marktoberdorfer Rathaussaal, an dem, wie er verrät, auch einige Übungen auf dem Programm stehen und «sehr viel gelacht wird».

Christoph Emmelmann tritt mit dem Programm «Humor - der Impuls, der Menschen bewegt» am Donnerstag, 17. März (19.30 Uhr), im Rathaussaal Marktoberdorf auf. Karten im Vorverkauf unter Telefon 08342/9691923.

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