Kempten
Christine Rothauscher und Dieter Jaroszynski verabschiedeten sich von den Freitagswanderern

Liebenswert, selbstbewusst und stets in leitender Funktion: So kennen die Kemptener Freitagswanderer des Altstadthauses (ehemals Haus der Senioren) Christine
Rothauscher.

Unter Regie der 76-jährigen Wanderführerin und ihres Lebensgefährten Dieter Jaroszynski (75) steuerten die Senioren die schönsten Ziele in nah und fern an. Die stolze Bilanz: 15 Wanderjahre mit rund 300 Ausflügen und 15 000 Teilnehmern. Doch jetzt ist mit dem Ehrenamt Schluss. Das passionierte Wanderpaar aus Haldenwang begibt sich auf die Ruhebank.

'Sehr schade' findet dies Stammwanderer Josef 'Joe' Gramel (83). Mit Reiseleiterin Rothauscher und 'Lumpensammler' Jaroszynski (als bewährtes Schlusslicht der Wandergruppen) habe man unzählige gesellige und humorvolle Stunden erlebt. Neue Routen erkundeten die beiden Haldenwanger regelmäßig auf eigene Faust. Alle 14 Tage charterten sie kostengünstig einen Omnibus für 50 Teilnehmer.

Und in den Ausflugsgaststätten wurden kleine Menüpreise für schmale Rentnerbudgets ausgehandelt. 'Manchmal auch sehr hartnäckig', sagt schmunzelnd die fachlich ausgebildete Wanderführerin Rothauscher. Zwar sollen die Freitagswanderungen im Frühjahr wieder starten, 'doch da muss man erst einmal jemand finden, der diese Mühen auf sich nimmt', meint Gramel.

Und ob der Nachfolger ebenso belesen und originell über Land, Leute und Kultur plauschen könne wie die Rothauscher, das wisse man nicht. 'Mit Christine und Dieter war es über all die Jahre super', findet auch Anni Unglert (78). Fast 13 Jahre war Elfriede Meyer dabei. 'Schön war´s', seufzt die 80-Jährige. Spontan erinnert sie sich an die Ausflüge. Stets stand bei den Machern der Freitagswanderer der soziale Gedanke im Vordergrund.

'Uns war wichtig, dass ältere Leute, die sonst kaum mehr aus ihrer Umgebung heraus kommen, in der Gemeinschaft schöne und preiswerte Ausflüge erleben konnten', sagt Christine Rothauscher. Wer nicht mehr so gut zu Fuß war, sei ebenso willkommen gewesen. Über mangelnde Nachfrage konnten sich die Organisatoren nicht beklagen. Viele Freundschaften und etliche Paare sind über die Jahre entstanden.

Ein Glücksfall waren die Freitagswanderer nicht zuletzt für die Chefin selbst: 'Da ist mir Dieter, mein bestes Stück, zugelaufen', scherzt Rothauscher. 'Schön war´s mit euch und gemeinsam sind wir alle älter geworden', blickte die 75-Jährige beim großen Abschiedsfest im Altstadthaus zurück, 'doch einmal muss Schluss sein.' Lebensgefährte Dieter erinnerte schmunzelnd an die kleinen Pannen, die nicht immer ausblieben. Einmal habe er doch glatt vergessen, den Bus zu bestellen: 'Da sind wir halt spontan mit dem Zug gefahren.'

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