Krebs
Chefarzt Rolf von Knobloch etabliert Operationsmethode in der Kemptener Klinik für Urologie

Frauen, bei denen die Harnblase operativ entfernt werden musste, können im Klinikum Kempten jetzt auf eine bessere Lebensqualität hoffen. Professor Dr. Rolf von Knobloch hat in der Klinik für Urologie eine Operationsmethode etabliert, die in der Region bisher ausschließlich bei Männern durchgeführt wurde.

Erfolgreich formte er kürzlich bei zwei Krebspatientinnen, denen zuvor die Harnblase entnommen wurde, aus einem Stück Dünndarm ein funktionierendes Ersatzorgan (Neoblase). "Beiden Frauen geht es damit sehr gut", berichtet der Chefarzt. "Sie können problemlos wieder allen Aktivitäten nachgehen und nicht zuletzt blieb die Körperattraktivität erhalten."

Eine der Patientinnen übe bereits wieder ihren Beruf als Wirtin aus. Alternativ hätte den Frauen auch eine Ersatzblase mit Anschluss an den Nabel ("Indiana-Pouch") angeboten werden können - ein Eingriff, der in der urologischen Klinik in Kempten regelmäßig durchgeführt wird.

Die andere Möglichkeit wäre ein künstlicher Harnausgang mit einem Urin-Auffangbehälter am Körper gewesen. "Dieser sogenannte nasse künstliche Ausgang ist an vielen anderen urologischen Kliniken für Frauen leider Standard", bedauert der Chefarzt.

'Die physiologische Speicherfunktion und den Entleerungsmechanismus der Harnblase zu ersetzen, ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben operativer rekonstruktiver Urologie', betont Prof. von Knobloch. Rund sechs Stunden steht er mit seinem Team im Operationssaal, und nur sehr erfahrene Urologen sind überhaupt in der Lage, den schwierigen Eingriff durchzuführen.

Als Gewebe für die 'Neoblase' wird ein 60 Zentimeter langer Dünndarmabschnitt verwendet. Aus diesem wird eine Kugel geformt, an die oben die beiden Harnleiter und unten die Harnröhre angeschlossen werden.

'Das Ziel der anspruchsvollen Operation ist ein Reservoir, das ein ausreichend großes Harnvolumen aufnehmen kann, und der Erhalt der Sexualfunktion', erläutert der Chefarzt. Voraussetzung sei allerdings, dass die Harnröhre nicht von einer Krebserkrankung betroffen ist. Für den Eingriff ist lediglich ein kleiner Schnitt unterhalb des Bauchnabels erforderlich. Durchgeführt wird die Operation – je nach körperlicher Verfassung – bei Frauen bis zu einem Alter von rund 75 Jahren.

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