Weinende Kinder
Chaotische Zustände an der polnischen Grenze – Allgäuer Helfer berichtet

Mehrere Allgäuer befinden sich gerade am Grenzübergang zur Ukraine.
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  • Mehrere Allgäuer befinden sich gerade am Grenzübergang zur Ukraine.
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"Es läuft alles sehr chaotisch ab." Das berichtet ein Allgäuer Helfer in einem Telefonat mit all-in.de am Samstag. Der 38-jährige Allgäuer hat sich am Freitagmorgen mit seinem Team und vier Fahrzeugen auf den Weg zur ukrainischen Grenze nach Polen gemacht. "Wir sind mit vier Transportern, voll beladen mit Hilfsgütern, in den Ort Korczowa in Polen gefahren", so der Helfer. Der kleine Ort Korczowa mit seinen knapp 1.200 Einwohnern liegt direkt an der Grenze zur Ukraine und ist einer der Orte, in denen sich in den letzten Tage tausende Flüchtlinge tummeln.

Weinende Kinder

Die Verzweiflung und Angst ist den Ukrainern anzusehen. Es sind nur Frauen mit ihren Kindern, die sich in Sicherheit bringen wollen, während ihre Männer und Verwandten in ihrem Land gegen die russischen Truppen kämpfen. "Das schlimmste sind weinenden Kinder, die dich an der Jacke ziehen, weil sie hier weg wollen", erinnert sich der 38-jährige Allgäuer. Die Lage am Grenzübergang sei katastrophal. "Hier werden immer wieder Flüchtende ausgerufen und verteilt. Die Lage ist teilweise sehr chaotisch und das polnische Militär versucht, eine Struktur reinzubringen", so der Allgäuer Helfer.

Mehrere Allgäuer befinden sich gerade am Grenzübergang zur Ukraine.
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Menschenhändler

Auch Menschenhändler, die für viel Geld die Flüchtenden in Sicherheit bringen wollen, treiben ihr Unwesen, sagt ein anderer Helfer, der zusammen mit dem 38-Jährigen an die Grenze gefahren ist. Doch bevor die Allgäuer ihre Waren, die sie mitgebracht haben, abladen konnten, müssen sie sich bei der dortigen Polizei registrieren, die aktuell auch sehr überlastet ist. "Das Militär sorgt für Ordnung, die Menschen hocken hier aber alle aufeinander und versuchen, nach Deutschland zu kommen. Die meisten haben dabei ein klares Ziel und wollen zu ihren Verwandten oder in Großstädte", so der 38-Jährige.

Allgäuer retten 25 Frauen und Kinder

Doch die Einreise nach Polen läuft koordiniert ab. Die Allgäuer Helfer haben nicht nur Hilfsgüter an die Grenze gebracht, sondern kommen mit insgesamt 25 Frauen und Kindern, darunter auch einem Baby, zurück ins Allgäu. "Wir haben unsere Fahrzeuge voll. Die Menschen brauchen Hilfe und wir haben uns am Samstagmittag mit 25 Menschen aus der Ukraine auf den Weg ins Allgäu gemacht",so der Helfer aus dem Allgäu.

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