Betreuung
Caritas-Sozialstation vermittelt ab sofort Betreuerinnen aus Polen und Litauen

Die meisten hilfebedürftigen Menschen wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Weil das ist ist, boomt das Geschäft mit Frauen aus Osteuropa, die zumeist ältere Menschen zuhause betreuen. Oft für einen kargen Lohn, zudem meist illegal.

Das will die Caritas ändern. Die Sozialstation Westallgäu vermittelt unter dem Stichwort << Caritas 24 >> ab sofort Betreuerinnen aus Polen und Litauen. << Wir wollen für alle Beteiligten gute Rahmenbedingungen schaffen >>, sagt Geschäftsführer Bernhard Weh.

Aus Kostengründen beschäftigen schon heute viele Familien Helferinnen aus Osteuropa. Nur ein sehr kleiner Teil von ihnen arbeitet aber legal in Deutschland. Der Sozialstation begegnen solche Fälle regelmäßig auch im Westallgäu. << Wir merken es seit etwa fünf, sechs Jahren >>, sagt Bernhard Weh. Ein Dorn im Auge war das der Sozialstation nicht, << weil wir die Notlage der Familien kennen >> (Weh). Die Alternative ist meist ein Umzug ins Heim.

Jetzt will die Caritas in der Diözese Augsburg den Menschen eine legale Möglichkeit bieten. Sie hat dazu Partner im Osten: die Kolpingsfamilie in Litauen und die Caritas in Lodz (Polen). Die beiden Organisationen bereiten die deutsch sprechenden Betreuerinnen durch Kurse auf ihre Arbeit im Westen vor und klären auch deren Familienverhältnisse vor Ort. << Wir wollen nicht, dass im Herkunftsland Kinder zurückbleiben oder Familien zerbrechen >>, erklärt Weh den Sinn.

Die Betreuerinnen übernehmen die hauswirtschaftliche Versorgung, helfen bei An- und Auskleiden, Toilettengang, Waschen, Haut- und Haarpflege oder der Fortbewegung in der Wohnung. Ärztlich verordnete Leistungen dürfen sie aber nicht übernehmen. << Die Pflege soll dem Fachpersonal vorbehalten bleiben >>, erklärt Brigitte Hille den Sinn. Sie kümmert sich bei der Sozialstation um das Angebot und wird die Betreuerinnen in die Familien einführen.

Die Sozialstation ermittelt in einem Gespräch mit den Betroffenen auch, welche Hilfe nötig ist. Berücksichtigt werden möglichst auch besondere Wünsche. Ist eher eine ältere oder jüngere Betreuerin gewünscht? Soll sie katholisch sein? Alles Fragen, die die Caritas abklärt. << Das Verhältnis soll harmonieren >>, beschreibt Brigitte Hille das Ziel.

1984 Euro Kosten im Monat

Angestellt werden die Frauen aus dem Osten von der betreuten Person oder deren Angehörigen. Sie werden dadurch zu Arbeitgebern. Alle damit verbundenen Formalitäten übernimmt auf Wunsch die Caritas. Die Sozialstation wird auch regelmäßig zu den Familien und den Betreuerinnen gehen. Das dient nicht zuletzt der Qualitätskontrolle.

Die Hilfen aus dem Osten erhalten freie Kost und Logis und ein Gehalt, das sich am Tarif orientiert. Monatlich kostet die Betreuung so einschließlich Sozialabgaben und Versicherungen rund 1984 Euro. Weh: << Wir wissen, dass die Kosten für viele Familien eine Hürde sein werden, günstiger geht es aber nicht. >>

Informationen zu << Caritas 24 >> gibt Brigitte Hille unter (08381) 920911.

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