Konflikt
Busfahrer lässt Rollstuhlfahrerin (58) in Memmingen stehen: Regierung von Schwaben prüft Anzeige

Wie barrierefrei ist Memmingen? Dieser Frage wollte Radioreporterin Laura Sattelmair vom Memminger Lokalsender RT 1 Mitte September nachgehen. Mit ins Boot holte sie sich Verena Gotzes. Die 58-Jährige sitzt selbst im Rollstuhl, ist Stadträtin sowie Vorsitzende des Behindertenbeirates der Stadt Memmingen.

Die beiden fuhren mit den Rollstühlen über das historische Pflaster im Hallhof, versuchten, in einem Geschäft einzukaufen und Geld am Automaten abzuholen, besuchten ein Café und schauten, wo es Behindertentoiletten gibt. Anschließend entschieden sich die beiden Frauen, eine Station mit dem Bus zu fahren. .

Die Fronten sind verhärtet

Das Busunternehmen Kink verweist auf die Einhaltung des Fahrplanes und dass der Bus wegen der vielen Schüler, die um die Mittagszeit unterwegs sind, ziemlich voll war. Verena Gotzes habe sich für den Test bewusst die Hauptverkehrszeit ausgesucht.

Die 58-Jährige legt allerdings Wert darauf, dass die Initiative von der Radioreporterin ausging und 'dass es reiner Zufall war, dass ein Kink-Bus kam, als wir unterwegs waren'. Sie habe niemanden provozieren wollen. Bei dem Versuch sei es grundsätzlich darum gegangen, wie man mit einem Rollstuhl in der Stadt zurechtkommt. Verena Gotzes hat Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Personenbeförderungsgesetz erstattet. Der Fall wird nun bei der Regierung von Schwaben geprüft.

Wie es jetzt mit dem Fall weitergeht erfahren Sie in einem Interview mit Regierungssprecher Karl-Heinz Meyer in der Samstagsausgabe der Allgäuer Zeitung und den Heimatzeitungen vom 31.10.2015.

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