Festakt
Bundeswehrverband: Verbündete feiern Jubiläum in Kaufbeuren

Mit einem Festakt im Kaufbeurer Offiziersheim feierte die örtliche Kameradschaft der Ehemaligen, Reservisten und Hinterbliebenen des Deutschen Bundeswehrverbandes (DBwV) ihr 40-jähriges Bestehen.

Der Kameradschaftsvorsitzende, Oberstabsfeldwebel a.D. Reinhard Krömer, begrüßte zahlreiche Mitglieder und Ehrengäste, unter ihnen der Kommandeur der Technischen Schule der Luftwaffe 1, Oberst Richard Drexl, Oberbürgermeister Stefan Bosse, der stellvertretende Landrat Alexander Müller und der Vorsitzende des DBwV-Landesverbandes Süddeutschland, Stabsfeldwebel a.D. Gerhard Stärk.

Der Kameradschaft Kaufbeuren – sie ist nach München und Ulm die drittgrößte in Süddeutschland – gehören weit über 500 ehemalige Soldaten aller Dienstgrade sowie deren Hinterbliebene aus Kaufbeuren und dem Ostallgäu an.

Die Grußworte von Drexl und Bosse standen immer noch – fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Bekanntgabe des 'Aus' für den Fliegerhorst und die dort stationierte Luftwaffenschule – ganz unter dem Eindruck dieses 'Schlages in die Magengrube' (Drexl). Beide waren sich aber einig, man sei damals nicht in eine kollektive Depression verfallen, sondern trachte vielmehr danach, der unumkehrbaren Situation das Beste abzugewinnen. 'Denn', so Bosse, 'wir sind nicht komplett auf der Verliererstraße. Die Menschen bleiben.'

Der OB geht davon aus, dass es keinen Aderlass bei der Bevölkerung der Wertachstadt geben wird, wenn die Technische Schule der Luftwaffe 1 am 31. Dezember des nächsten Jahres 'formal ihren letzten Tag in Kaufbeuren hat' (Drexl) und den Fliegerhorst im vierten Quartal 2017 voraussichtlich das gleiche Schicksal ereilen wird.

Sei man schon nicht an der Standortentscheidung beteiligt worden, so Oberst Drexl, dann werde man jetzt alles daran setzen, die Umsetzung aktiv mitzugestalten. Über die Zukunft der Flugsicherungsausbildung in seiner Kaserne entscheidet das Verteidigungsministerium aufgrund eines Gutachtens, welches Mitte 2013 vorliegen soll. Die weitere Nutzung als Ausbildungsstätte wäre auch Bosses Wunsch – 'gleich ob unter militärischer oder ziviler Führung'.

Nach dem erheblichen 'Abspecken' der aktiven Truppe werden nach Drexls Einschätzung verstärkt Aufgaben auf die ehemaligen Soldaten zukommen. Das sei für die Bundeswehr, für Kaufbeuren und für die Gesellschaft insgesamt gut.

Als größten Fehler seiner bisherigen Amtszeit sieht Bosse, dass er sich in der Nacht vor der Standortentscheidung ein Konzept für die Zeit danach ausgedacht und anderntags bekannt gegeben habe. Dadurch sei der völlig falsche Eindruck entstanden, der Stadt sei nichts am Verbleib der Bundeswehr gelegen. Er habe inzwischen den Wert von Netzwerken und Verbündeten erkannt.

Verbündeten wie der DBwV, an dessen Adresse er die Einladung erneuerte, den Jahresempfang des Landesverbandes Süddeutschland im nächsten Jahr in Kaufbeuren durchzuführen. Denn 'es ist schäbig, wie die Landeshauptstadt mit den Streitkräften umgeht'.

Gerhard Stärk lobte in seinem Festvortrag das hohe ehrenamtliche Engagement der Kaufbeurer Kameradschaft. Er betonte die Stärke eines unabhängigen DBwV und zählte eine ganze Serie von Entscheidungen auf, an denen der Verband in den vergangenen Jahren maßgeblich beteiligt war: unter anderem die Öffnung aller Bundeswehr-Laufbahnen für weibliche Soldaten, Versorgung und Betreuung bei Auslandseinsätzen sowie Verbesserungen in der Besoldung. Bei der Umsetzung der Bundeswehstruktur müsse deutlich nachgebessert und die Attraktivität des Dienstes jetzt gesteigert werden.

Mit viel Beifall wurden die 'Rockigen Bienen', vier Mädels der Ludwig-Hahn-Sing- und Musikschule, für die gelungene musikalische Gestaltung der Feier bedacht.

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