Standortschließung
Bundeswehrler demonstrieren in Kaufbeuren für ihre Zukunft

Er ist Fahrer bei der Bundeswehr in Kaufbeuren. 20 Jahre schon. Dank der Bundeswehrreform wird er diesen Job bald verlieren. 'Draußen brauche ich es mit 42 gar nicht mehr versuchen', weiß er.

Ihm bleibt nur, den Standort zu wechseln. Betroffen machen ihn auch die Schicksale seiner Kollegen, die diese Chance nicht haben. Viele der Angestellten aus den Bundeswehrstandorten im Allgäu müssen ins zivile Berufsleben wechseln. Eine Herausforderung für die Politik.

Der 42-Jährige nahm gestern an der Kundgebung von Verdi in Kaufbeuren teil, zu der Beschäftigte der Kasernen in Kempten, Sonthofen, Füssen, Altenstadt (Oberbayern) und Kaufbeuren aufgerufen waren. Unter dem Motto "Eine Stunde für die Zukunft" plädierten Politiker und Vertreter der Bundeswehr für einen gemeinsamen Weg in die Zukunft

'Wir stehen vor einer gewaltigen Herausforderung', sagte Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) und versprach vor annähernd 100 Teilnehmern sogleich: 'Wir versuchen, dass möglichst viele ihren Lebensmittelpunkt hier behalten können.'

Für Bewerbungen auf Stellen in der öffentlichen Verwaltung sei er jederzeit offen. 'Fünf habe ich schon. Aber es werden noch mehr werden', sagte er. Der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut (Freie Wähler) fügte an: 'Wir haben bei uns gute Erfahrungen mit Kollegen von der Bundeswehr gemacht.'

Arbeitsplätze schaffen

An Bund und Länder appellierte Heinz Rößler, Vorsitzender des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums in Kaufbeuren: 'Wir fordern ein Konversionsprogramm, das nachhaltig Arbeitsplätze schafft.' Am besten mit einer Konferenz, bei der alle Beteiligten an einem Tisch sitzen.

Angesprochen fühlen durfte sich der Kaufbeurer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler), der noch weiter geht. Er hat den Kampf gegen die Schließung der Standorte im Allgäu noch gar nicht aufgegeben: 'Wir müssen den Protest aufrecht erhalten und vor allem weiter nach den Gründen fragen.' Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert (Füssen/SPD) hingegen sagte: 'Die Beschlüsse zeigen den gegen Null gehenden Einfluss der CSU in Berlin. Der Ministerpräsident muss jetzt handeln.

' Wengert forderte 'angemessene und zumutbare Beschäftigungen' für alle Bundeswehrangestellten, die ins zivile Leben wechseln müssen.

'Keinen Schritt weiter'

Für Politiker wie Pohl hatten Friedel Wegner vom Deutschen Bundeswehr-Verband und Norbert Brennich von der Technischen Schule der Luftwaffe allerdings ganz frische, schlechte Nachrichten. 'Wir sind keinen Schritt weiter', so Wegner über ein Gespräch mit der Luftwaffenführung am gestrigen Vormittag, ob der Standort Kaufbeuren noch zu retten wäre.

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