Bufdis
Bundesfreiwilligendienst: Mittlerweile mit dem Zivildienst gleichwertig

Als 'vollen Erfolg' verkaufte jüngst Familienministerin Kristina Schröder den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Doch gut ein halbes Jahr nach dessen Einführung können ihren Eindruck nicht alle sozialen Einrichtungen und Organisationen im Oberallgäu bestätigen: Manche klagen noch immer über zu wenig Interesse und unbesetzte Stellen. Unterm Strich fällt die Zwischenbilanz vieler Anbieter, aber auch der Bufdis selbst, recht positiv aus, wie eine Umfrage der Allgäuer Zeitung zeigt. Der 19-jährige Sulzberger Fabian Maaß zum Beispiel ist Bufdi bei der Caritas in Kempten.

Er mag die abwechslungsreichen Aufgaben vom Telefondienst über Verwaltungsarbeiten bis hin zum Aufbau von Möbeln. Wenn sein Dienst beendet ist, will er entweder Sozialwirtschaft studieren oder eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolvieren.

Bei der Caritas in Kempten und Sonthofen seien das aktuell fünf von zehn Plätzen, erzählt Sozialpädagogin Tina Hartmann. Der Verband dürfe derzeit keine neuen Bufdis aufnehmen, weil das Ministerium von einer geringeren Nachfrage ausgegangen sei und das niedrige Kontingent erschöpft sei. Ursprünglich hatte man aber mal 14 Zivildienst-Stellen.

Alle sechs Planstellen besetzt sind beim Klinikum Kempten-Oberallgäu. Und die sollen auch wieder belegt werden, wenn deren Bundesfreiwilligendienst im Mai ausläuft.

'Wir haben genau so viele Stellen für BFD, wie früher im Zivildienst', berichtet Gisela Mäck. Laut der Pflegedirektorin der Kliniken Oberallgäu seien die drei Plätze in der Klinik Oberstdorf und die eine Stelle in Sonthofen inzwischen besetzt – sowie zwei der vier Plätze in Immenstadt. Zeitweise sei die Nachfrage hoch gewesen, aber nicht alle Bewerber hätten ihren Dienst angetreten. Mäck: 'Bei höherer Nachfrage würden wir auch mehr Plätze anbieten.'

Auch bei den Allgäuer Johannitern wird 'das Angebot von den Bewerbern gut angenommen', sagt Sprecherin Nicole Schön. Drei von sechs Stellen seien derzeit besetzt. Der BFD sei allerdings im Vergleich zum Zivildienst die 'teure Lösung' und müsse teilweise aus Fördergeldern mitfinanziert werden. Es könne durchaus sein, dass die Johanniter das Angebot an BFD-Stellen ausweiten.

Das plant auch Alexander Schwägerl: 'Der BFD ist mit dem Zivildienst gleichwertig', findet der Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes. Der Bürokratieaufwand sei allerdings größer. 28 der angebotenen 31 Stellen für Bufdis und FSJler seien aktuell besetzt.

Bewerbungen hat Roland Heinle von der Diakonie zwar bekommen. 'Für den BFD sind sie aber noch zögerlich und zäh', so der Personalleiter. Darum seien die vier möglichen Stellen derzeit mit FSJlern besetzt. Eine davon soll aber im April ein Bufdi innehaben. Die anderen drei Plätze würden erst wieder im Sommer frei.

'Weder im Jugendhaus noch im Offenen Seminar haben wir bisher eine BFD-Stelle besetzen können', klagt Andreas Wachter. Lediglich drei Anfragen hat der Bildungsreferent im Jugendhaus Elias in Seifriedsberg bisher bekommen. Nach einem Gespräch habe ein Bewerber wieder abgesagt. Die offenen Stellen würden hier 'sehr schmerzen'.

'Wir haben gleich vier Bufdis eingestellt. Zwei von ihnen haben sogar ihren Dienst verlängert', schildert Norbert Jehle die Situation im Haus der Familie in Schönstatt aufm Berg bei Memhölz. Eine Bewerberin habe sich für die Stelle entschieden, weil hier mehrere Bufdis arbeiten – woanders wäre sie alleine gewesen.

Jehle war überrascht und kann anderen Einrichtungen den BFD nur empfehlen: 'Alles läuft einfach und unkompliziert. Oft reicht ein Telefonat mit der Stelle, um Formalitäten zu klären.'

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