Tourismus im Allgäu
BUND Naturschutz: Winter-Lockdown war gut für den Klimaschutz

Der BUND Naturschutz erwartet auch in diesem Sommer einen großen Andrang in den Allgäuer Bergen (Symbolbild).
  • Der BUND Naturschutz erwartet auch in diesem Sommer einen großen Andrang in den Allgäuer Bergen (Symbolbild).
  • Foto: Redaktion all-in.de
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Wegen Corona ist die Wintersaison im Allgäu ausgefallen. Dass die Skigebiete zu hatten, war für Skifahrer, Snowboarder und Skilift-Betreiber im Allgäu wenig erfreulich. Dafür hat dieser Umstand positive Auswirkungen auf die Einsatzzahlen der Bergwacht im Allgäu.

Hat sich die ausgefallene Wintersaison auch positiv auf die Natur ausgewirkt? all-in.de hat bei Thomas Frey, Regionalreferent Allgäu-Schwaben beim BUND Naturschutz nachgefragt. 

Verkehr vermeiden 

Wegen der coronabedingten Schließung der Skigebiete sind die Verkehrszahlen insgesamt zurückgegangen. "Das hat positive Effekte auf den Klimaschutz", so Frey. Um nun den Tourismusverkehr dauerhaft zu vermeiden, gilt es laut Frey, jetzt Bus- und Bahnangebot auszubauen und den geplanten autobahngleichen Ausbau der B12 umgehend zu stoppen.

Besucherlenkung 

Es gehe aber auch darum, die zunehmende Anzahl an Individual-Freizeitsportlern in naturverträgliche Bahnen zu lenken. Dazu sind Besucherlenkungskonzepte und neue Ansätze beim Verkehr nötig. "Man muss auch darüber nachdenken, bestimmte überlastete Parkplätze an Hotspots komplett zu sperren und durch einen guten Buspendelverkehr zu ersetzen. Nur so wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Corona attraktiv." Ohne Besucherlenkungskonzepte bestehe die Gefahr, dass kaum mehr Ruheräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten übrig bleiben, so Frey. 

So sollen Besucher im Allgäu besser gelenkt werden

Was erwartet der BUND Naturschutz von der kommenden Sommersaison?

Es bleibt die Hoffnung, dass im Sommer auch Übernachtungsbetriebe wieder öffnen dürfen. "Dann ist der Urlaub mit Übernachtung aus Umweltschutzsicht erste Wahl und nicht der Tagestourismus, der durch die meist weite Anreise mit dem Auto viele Abgase, Lärm und Blechlawinen in das Allgäu bringt", so der Regionalreferent für Schwaben vom BUND Naturschutz. 

Der BUND rechnet auch in der Sommersaison mit einem Andrang auf die Allgäuer Berge. Darum sollen laut BUND Naturschutz keine neuen Bergbahnen mehr gebaut werden, die die Beförderungskapazitäten steigern (wie z.B. am Mittag bei Immenstadt) oder erstmalig im Sommer fahren (wie am Grünten). 

Wie sieht´s aus mit Wildcamper?

"Die Alpen gelten für viele als unverfügter Freiraum. Aber auch hier gibt es Regeln, an die man sich halten muss. Deswegen ist es gut, wenn immer mehr Ranger in Allgäu darauf achten, dass diese Regeln auch eingehalten werden", so Frey.  

Wildcamper und Falschparker im Allgäu: Über 650 Verstöße mehr zwischen den "Lockdowns"

Auch im "Corona-Sommer" 2020 viele Wanderer in den Bergen 

Letztes Jahr war an einigen Wochenenden in der Allgäuer Natur viel los. "Das ist auch verständlich, weil viele endlich mal wieder raus und sich in der Natur erholen wollen", so Frey. Bekannte Berge und Seen waren demnach teils sehr stark überlaufen. Allerdings führt das zum einen zu mehr Druck auf die Natur, wie beispielsweise durch Erosionsschäden oder Störungen bei empfindlichen Tierarten, erklärt Frey. 

Zum anderen hat das auch zur Folge, dass viele Besucher nicht mehr das finden, was sie suchen: Die Ruhe im Grünen. "Daher ist es wichtig, auch außerhalb der Alpen wieder mehr naturnahe Räume zu schaffen. Bayern hat das Potenzial für mindestens drei neue Nationalparks. Flüsse müssen wieder renaturiert werden und die ständigen Zerstörungen durch Straßenbau oder Baugebiete in der freien Landschaft müssen aufhören", so Frey. 

Fast keine neuen Schutzgebiete 

In den vergangenen Jahren gab es "fast keine neuen Schutzgebiete", so der BUND. Stattdessen wurden die Schutzgebiete teilweise verkleinert. "Es ist zu hoffen, dass der Wert von naturnahen Landschaften für den Schutz der Biodiversität und als Erholungsraum wieder mehr wertgeschätzt wird. Das bedeutet, dass man vor allem keine Eingriffe in Schutzgebiete mehr zulassen darf", äußert sich der Regionalreferent. "Außerdem hätten wir als BUND Naturschutz noch einige Ideen für neue Schutzgebiete im Allgäu. Eines ist z.B. ein Nationalpark im Ammergebirge."

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