Flächenverbrauch
Bund Naturschutz und Stadtspitze weiter uneins

Im Streit um den Flächenverbrauch in der Stadt sind die Fronten weiter verhärtet. Der Bund Naturschutz (BN) hält seine Kritik aufrecht, nach der in Kaufbeuren im Vergleich mit anderen Allgäuer Kommunen besonders viel Boden versiegelt wurde. Oberbürgermeister Stefan Bosse hält die Bewertungsgrundlage für unseriös. Die beiden Kontrahenten wollen sich jetzt an einen Tisch setzen und die Probleme diskutieren.

Aufgrund dieser Aussage rechnet der BN die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Kaufbeuren nun auf die Einwohner um. Demnach stieg der Flächenverbrauch von 260 Quadratmetern pro Person in den vergangenen rund 30 Jahren auf 352 Quadratmeter. Dies entspreche sogar einem Zuwachs von 35 Prozent. Die Stadt Kempten kommt laut BN hier auf einen Wert von 20 Prozent. In Memmingen seien es 28 Prozent, was nach Ansicht der Naturschützer wohl mit dem Autobahnkreuz zusammenhänge. «Somit behält Kempten am ehesten seine flächensparende, städtische Siedlungsstruktur», meint Frey. Memmingen hat demnach mit 415 Quadratmetern pro Person die meiste tatsächlich verbaute Fläche, während Kaufbeuren Spitzenreiter bei der Steigerung ist.

Doch Bosse verweist nicht nur auf «unterschiedliche Bezugsgrößen». Die Statistik beziehe offenbar Flächen mit ein, die zwar verplant, aber noch gar nicht versiegelt seien. Vermutlich seien auch bereits die 20 Hektar Fläche aufgerechnet, die von der Stadt östlich der B12 für die Firma Hawe Hydraulik vorgehalten werde, obwohl dort vorläufig noch Weide und Ackerfläche seien. «Dann muss der BN aber auch sagen, wie wir künftig mit ansiedlungswilligen Unternehmen umgehen sollen», fordert Bosse. Denn nicht immer finde sich Fläche in bestehenden Gewerbeparks wie dem Innovapark, dem Depot in Neugablonz oder dem Momm-Gelände. Andererseits könne es nicht sein, dass wirtschaftsfreundliche Kommunen wegen ihrer Politik an den Pranger gestellt werden.

Auch in seiner Funktion als Vorsitzender des regionalen Planungsverbandes möchte Bosse das BN-Angebot zum Gespräch annehmen. Denn der BN hatte den seiner Ansicht nach massiven Flächenverbrauch im gesamten Allgäu kritisiert. «Wir hoffen, dass die aktuelle Debatte zu einer Sensibilisierung der politischen Entscheidungsträger führt», so Frey, «und bei neuen Flächennutzungs- und Bebauungsplänen der Aspekt des Flächenverbrauchs stärker berücksichtigt wird.»

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