Umwelt
Bund Naturschutz reicht Klagen gegen Flächenverbrauch ein

Der Bund Naturschutz (BN) im Allgäu hat angekündigt, angesichts des um sich greifenden Flächenverbrauchs auch juristische Auseinandersetzungen nicht zu scheuen. Die Organisation hat beispielsweise eine Klage gegen die Ausweisung eines Gewerbegebiets in Weißensberg (Kreis Lindau) eingereicht. Weitere Klagen seien in Vorbereitung, so der BN-Regionalreferent Thomas Frey.

Nach seinen Worten kann gegen die Ausweisung von Gewerbegebieten oder Wohnbebauung beispielsweise unter Hinweis auf Paragraph 141 der Bayerischen Verfassung geklagt werden. Dort heißt es unter anderem: «Es gehört auch zu den vorrangigen Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts, Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, eingetretene Schäden möglichst zu beheben oder auszugleichen und auf möglichst sparsamen Umgang mit Energie zu achten» Möglich ist es auch, dass Anlieger über so genannte Normenkontrollverfahren die Rechtmäßigkeit von Bebauungsplan-Satzungen gerichtlich überprüfen lassen. Den fortschreitenden Flächenverbrauch wertet Frey als «das schwerwiegendste Umweltproblem Bayerns».

Ursachen seien einerseits der Straßenbau, andererseits aber auch die Ausweisung immer neuer Gewerbe- und Wohngebiete. «Nach wie vor geht der Trend zu immer größer werdenden Ein-Familienhaus-Grundstücken», sagt Frey. Bayernweit verbraucht seit den 50er Jahren eine Person jedes Jahr statistisch gesehen einen halben Quadratmeter mehr Wohnfläche.

Der Bund Naturschutz beruft sich in seiner Flächenverbrauch-Bilanz auf die offiziellen Zahlen des Statistischen Landesamtes.

Auch positive Beispiele

Um den ständig wachsenden Flächenverbrauch zu verlangsamen, fordert der BN unter anderem, dass vor der Ausweisung neuer Wohngebiete vorhandene Baulücken in Orten geschlossen werden. Statt der Ausweisung von neuen Verbrauchermärkten auf der grünen Wiese sollten die Geschäfte in den Ortszentren gehalten werden.

«Eine positives Beispiel dafür finden wir in der Ostallgäuer Gemeinde Seeg», sagt Frey. Dort sei verhindert worden, dass ein Discounter den angestammten innerörtlichen Einzelhandel verdrängt.

Als positives Beispiel wertet der BN das Wohngebiet Röfleuten-Nord in Pfronten. Bei diesem Einheimischen-Modell sei über finanzielle Anreize beim Grundstückskauf eine flächensparende Planung gefördert worden, so der Bund Naturschutz. Mit Sorge verfolgt die Organisation die Entwicklung entlang der A96 im Unterallgäu. Dort entstehe ein Gewerbepark nach dem anderen.

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