Bürgerversammlung im Modeon: Von Hunden bis Radwegbau

Viele Themen bei Fragerunde Marktoberdorf (rel). Schon lange nicht mehr brachten Besucher der Bürgerversammlung im Modeon so viele Fragen vor wie in diesem Jahr. Wie bereits berichtet, standen im Zentrum der Fragerunde Verkehrsprobleme. Die anderen Wortmeldungen betrafen ganz unterschiedliche Themen. Hier ein Auszug:

Den Kuhstallweiher etwas 'auszuschieben', damit im Sommer darin nicht so viel Gras wächst, schlug Josef Guggemos vor. Das könnte die Naturschützer auf den Plan rufen, vermutete Bürgermeister Werner Himmer, will das Thema aber noch mit dem Fischereiverein besprechen, der den Weiher pflegt. Als unnötig und ohne triftigen Grund sieht Guggemos das Tempolimit (50 km/h) auf der Straße nach Ebenhofen. Die Verwaltung kannte den Grund ebenfalls nicht, der dann aber aus dem Publikum genannt wurde: Die Straße führt durch ein Wasserschutzgebiet.

Helmut Oswald, Anlieger der Liegnitzer Straße, hätte sich gewünscht, dass das Straßenreinigungsfahrzeug nicht erst kürzlich nach seinem Anruf bei der Stadt, sondern schon früher die Straße von Splitt und alten Silvesterknallern gesäubert hätte. Stadtbaumeister Herbert Sauer erklärte hierzu, man warte mit den Arbeiten eigentlich, bis der Winter tatsächlich vorbei ist. Sonst könne es passieren, dass an einem Tag das Kehrfahrzeug unterwegs sei, am nächsten Tag aber wieder Splitt gestreut werde.

'Gutachten umsetzen'

Oswald hatte ferner bemängelt, dass die Stadt mehrere teure Gutachten in Auftrag gab, dann aber die Vorschläge nicht umsetzte. Bürgermeister Werner Himmer versicherte ihm, das aktuelle Gutachten wandere nicht in die Schubladen. Vom davor erstellten Gutachten aus dem Jahr 1993 seien 'ein paar Anregungen umgesetzt worden'.

Josef Dolp befürchtete, bei den Verschönerungsaktionen auf der Buchel sei 'bereits wieder die Luft raus'. Dem sei nicht so, hielt Himmer entgegen, als nächstes werde der geplante Panoramaweg gebaut. Derzeit stehe man in Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern. Zu den von Dolp geforderten Aktivitäten gegen Hundehinterlassenschaften sagte Himmer, ständig würden die Hundekottüten aus den Automaten gerissen und in der Gegend verstreut. Zu dem von Dolp gewünschten Radweg in Richtung Unterthingau meinte das Stadtoberhaupt, das sei Aufgabe des Landkreises. Dieser spreche bereits mit Grundstücksbesitzern. Doch seien solche Verhandlungen erfahrungsgemäß schwierig.

Den von rund 30 000 auf 41 000 Euro gestiegenen Zuschuss an die Bayerische Musikakademie kritisierte Alfred Herbein. Himmer begründete dies damit, dass der Bezirk seinen Zuschuss gekürzt habe und deshalb die Stadt stärker gefordert sei. Der Stadtrat habe 'mit Unmut' den Zuschuss erhöht. Ferner wünschte sich Herbein in der Tischvorlage zu den Bürgerverversammlungen Vergleichszahlen aus dem Vorjahr.

Peter Fendt freute sich, dass die Stadt von der kameralistischen Buchführung auf die 'Doppik', also kaufmännische Buchführung, umstelle. Damit erhalte man mehr Klarheit über die Vermögensverhältnisse. Dem stimmte Himmer zu, gab aber zu bedenken, dass die Umstellung recht teuer sei. Zu der von Fendt kritisierten Erhöhung der Kreditaufnahme um 300 000 Euro Euro sagte er, dies betreffe die Stadtwerke, nicht den Stadthaushalt. Nach Abschluss des Kläranlagenumbaus sehe es wieder anders aus.

Karl Knoth erinnerte an die Aussage eines Münchner Stadtplanungsbüros, in der Marktoberdorfer Innenstadt lebten nur noch vier Prozent der hiesigen Bevölkerung. Nach Meinung Knoths wären Wohnungen auf dem Fendt- und Weißenbach-Grundstück wünschenswert, auch zur Belebung des Zentrums. 'Es wäre schön, wenn dort Wohn- und Geschäftshäuser entstünden', befand auch der Bürgermeister, stellte aber klar, dass der Bau nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein könne, sondern hier private Investoren gefordert seien. Werner Müller sprach mehrere Radwege an. Dringend notwendig sei ein Radweg entlang der Kreisstraße Leuterschach - Ronried, da die Straße von sehr vielen Lastwagen benutzt werde. Laut Himmer verhandelt der Landkreis bereits mit Grundstückseigentümern. Als Ortsansässiger könne Müller dabei ja unterstützend mitwirken

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