Obergünzburg
Bürgermeister Leveringhaus: «Verpflichtung zur Tradition»

Mit einem stimmungsvollen Auftakt in der Innenstadt und einem patschnassen Bieranstich startete am Freitag das 87. Freischießen in Obergünzburg. Hunderte Obergünzburger und ihre Gäste feierten auf dem Marktplatz den offiziellen Beginn des Schützenfestes - und den ersten Auftritt der Historienspielgruppe seit drei Jahren.

Beim traditionellen Empfang der Stadt für die beiden ausrichtenden Vereine, die Obergünzburger «Guntia» und die Feuerschützengesellschaft (FSG), verwies Bürgermeister Lars Leveringhaus auf die lange Geschichte des Marktfleckens und Obergünzburgs «Verpflichtung zur Tradition», die sich auch mit dem Freischießen als «eines der traditionsreichsten Schützenfeste im süddeutschen Raum» spiegle. Pech hatte der Bürgermeister beim Anstich des ersten Fasses Bier im Festzelt: Auch nach etlichen Schlägen wollte der Zapfhahn einfach nicht im Fass bleiben - genauso wenig wie das Bier. Als das sprudelnde Holzfass auch noch mit einer Bier-Fontaine nach hinten kippte, war die «Sauerei» perfekt.

Eindringliches Historienspiel

Dass die beiden großen Obergünzburger Schützenvereine bei der 87. Auflage des Freischießens zum ersten Mal ein gemeinsames Eröffnungsschießen anboten, freute Bürgermeister Leveringhaus fast noch mehr als das erstmalige Schlussfeuerwerk am Ende des einwöchigen Schützenfestes: «Da wächst was zusammen», kommentierte er die Koproduktion. Ohne das «große ehrenamtliche Engagement» aller beteiligen Vereine, so Leveringhaus, sei das Freischießen undenkbar.

Die Ursprünge des Freischießens gehen bis ins Mittelalter zurück, als Obergünzburgs Bauern unter der strengen Hand von Fürstabt Wolfgang von Grünenstein wieder mit Feuerbüchsen ausgestattet wurden und ihre Treffsicherheit beweisen mussten.

Wie es damals zugegangen sein könnte, vermittelte die vielköpfige Historienspielgruppe in ihren mittelalterlichen Kostümen sehr eindringlich - und sehr lautstark, weil für den Schießwettbewerb echte Vorderlader abgefeuert wurden.

Überschattet wurde das Fest in der Innenstadt von einem ungewöhnlichen Unfall, bei dem ein älterer Mann von einer - zum Glück nur mit Schießpulver geladenen - Böllerkanone verletzt wurde (siehe eigener Bericht). Die meisten Gäste - darunter auch Vertreter der beiden Partnergemeinden in Ungarn und Tschechien, die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer und Gauschützenmeister Anton Prinz - bekamen von dem Vorfall allerdings nichts mit.

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