Bürgerinitiative will Handymast verhindern

Von Barbara Hell
| Altusried-Gschnaidt Weil rund 600 Meter vom Weiler Gschnaidt entfernt ein Mobilfunkmast errichtet werden soll, hat sich eine Bürgerinitiative gegen diese Planung gegründet. Bei einer Veranstaltung mit Dr. Markus Kern, Facharzt für psychosomatische Medizin, am Freitag, 14. November, im Festsaal von Frauenzell soll über die möglichen Risiken durch Strahlenbelastung diskutiert werden.

Sechs Einwohner zählt Gschnaidt mit drei Häusern und zwei Kapellen. Für Marianne Baur und Waltraud Kästle ist klar: «Der kleine Weiler hat kaum eine Chance sich zu wehren. Wir sind machtlos, ausgeliefert, unsere Bedenken zählen nicht.» Dennoch haben die Gschnaidter in den letzten Wochen die Werbetrommel für ihren Protest auch in den umliegenden Weilern gerührt, 15 Mitglieder hat die vor einer Woche gegründete Bürgerinitiative.

Sorgen um die Existenz

Vor allem die Familie Baur, die die Gaststätte «Zum Kreuz» führt, sieht die Existenz der Familie, des Betriebs und damit des Wallfahrtsorts Gschnaidt bedroht.

Sie befürchtet gesundheitliche Probleme für die Bevölkerung und Nutztiere, zumal sich in der Umgebung des früheren Handymasten in Luttolsberg «vermehrt Todesfälle und Missbildungen bei Kühen und Kälbern beim Nachbar-Bauernhof ereignet» hätten.

Weil Ende 2007 in Luttolsberg zwei Vodafone-Antennen abgeschaltet wurden, ist das Handy-Problem für Frauenzell, Muthmannshofen und Kimratshofen entstanden, die Ortsteile waren zum großen Teil per Handy nicht erreichbar. Deshalb sieht Bürgermeister Heribert Kammel die Gemeinde in Zugzwang: «Ich kann die Ängste und Sorgen der Anwohner zwar verstehen, aber als Gemeinde können wir nicht sagen, wir lassen drei Ortschaften vom Mobilfunk abgeschnitten. Es musste ein Kompromiss gefunden werden.»

Weg von einer Bebauung

Dabei, so versichert Kammel, sei es vor allem darum gegangen, einen Standort möglichst weit entfernt von einer Bebauung auszumachen. Der Rathauschef bestreitet, dass die Kommune mit dem ausgesuchten Platz auf Staatsforst-Gebiet den «schwarzen Peter» einfach an den Freistaat habe schieben wollen. «Für Gschnaidt haben wir sogar daran gedacht, eine Ausnahme von unserem Grundsatzbeschluss zu machen, auf gemeindlichen Grund keine Handy-Masten zu errichten. Aber das Grundstück, das wir im Auge hatten, wäre zu nahe an Gschnaidt gewesen - ebenso wie das Grundstück eines interessierten Privatmanns», erläutert Kammel.

Die Gschnaidter befürchten, dass der Mast weit über 40 Meter hoch werde und möglicherweise eine Region bis nach Leutkirch und Legau versorgen soll. Davon kann laut Kammel keine Rede sein: «Es geht nur um die Erreichbarkeit in Frauenzell, Muthmannshofen und Kimratshofen.»

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