Ettringen / Lamerdingen
Bürgerinitiative kündigt «schärfere Gangart» an

Das Ziel bleibt, der Weg dorthin soll ein anderer sein. Die neue Führungsriege der Bürgerinitiative (BI) «Gesundes Wertachtal» will so manches anders machen als ihre Vorgänger, um das geplante Heizkraftwerk der Firma Lang in Ettringen zu verhindern.

Eine «schärfere Gangart» kündigt Karlheinz Hiesinger an. Der Agraringenieur aus Lamerdingen ist nach dem Rücktritt der neu gewählten Vorsitzenden Andrea Pfänder-Rid der kommissarische Chef der BI (wir berichteten).

Den Kampf gegen das industrielle Großprojekt wollen er und sein Team entschlossener und thematisch breiter führen, sagen sie. Dabei wollen sie den Blick auf ein weiteres Problemfeld lenken: auf die Deponie der Firma Lang, die ihrer Meinung nach langfristig auch die Trinkwasserversorgung von Schwabmünchen gefährden könnte. Seit Mitte September ist die neue Führungsriege im Amt. Mit dem Problem befasst haben sich die Mitglieder schon lange davor. In den vergangenen Tagen haben sie aber mehr denn je Ordner gewälzt, in amtlichen Dokumenten gewühlt und sich Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll.

Für Hiesinger und seine Kollegen ist klar: «Unser vorrangiges Ziel ist es, die Müllverbrennung zu verhindern. Aber wir interessieren uns auch für das Drumherum.»

Recyclinganlage verhindern

Mit «Drumherum» meinen sie vor allem die Lang-Deponie, aber auch die geplante Recyclinganlage in Wiedergeltingen. «Wir sehen das Wertachtal als größeren Raum», so Hiesinger. «Während wir uns auf Lang konzentrieren, baut im Windschatten ein anderer eine Anlage auf», warnt er. Aus diesem Grund will die BI mit Aktivisten aus Wiedergeltingen zusammenarbeiten.

«Heißes Eisen Deponie»

Aber auch im Raum Schwabmünchen wollen sie die Menschen noch mehr wachrütteln. Für Hiesinger & Co. geht es nicht nur um die Abluft des geplanten Heizkraftwerks, um den Kamin, um die Filteranlagen. Es geht auch um das Wasser und den Boden, der hier langfristig Schaden nehmen könnte, sagen sie.

Daher sei es unausweichlich, auch das «heiße Eisen Deponie» anzufassen. Bereits im Mai hatte Hartmut Scheller - er ist neu im Vorstand der BI - in unserer Zeitung über die undichte Deponie der Firma Lang berichtet.

Auch im Erörterungsverfahren war das Thema. Die Diskussion will die BI nun in die Öffentlichkeit tragen - und: «Wir wollen Antworten von den Ämtern», sagt Scheller.

Viele offene Fragen

Denn bei deren Untersuchungen seien in der Vergangenheit manche Fragen offengeblieben, klagt der 66-jährige Untermeitinger. Er befürchtet Schlimmstes: «Unter Umständen kommt kontaminiertes Wasser auf Schwabmünchen zu.» Die Betriebsdeponie ist, so habe seine Recherche ergeben, zum Grundwasser hin offen und nicht abgedichtet.

«Weil uns das Geld fehlt»

Die Vertreter der Bürgerinitiative befürchten, dass sich die Gefahr mit dem Bau der Verbrennungsanlage weiter verschärft. Ohne Unterstützung der Behörden, so sagt die BI, können sie all das nicht beweisen. «Weil uns das Geld und die technischen Mittel fehlen», erklärt Scheller. Den öffentlichen Druck aber, den können sie herstellen. Da ist sich die neue Führungsriege sicher.

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