Bürgerinitiative gegen Brand und vielfältige Gefahr

Sonthofen | ho | Seit nunmehr 145 Jahren decken Sonthofer Männer als 'älteste Bürgerinitiative der Stadt' - zum Nulltarif und rund um die Uhr - mit ihrem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement einen großen Teil der inneren Sicherheit ab. So formulierte Kommandant Dieter Stanggassinger bei der Generalversammlung die selbst gestellte Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr - und diese Verpflichtung hat die schlagkräftige Mannschaft im vergangenen Jahr einmal mehr eindrucksvoll erfüllt.

36 Personen gerettet

Denn bei den 'nur' 154 Einsätzen (es waren so wenige wie seit langem nicht mehr) konnte die starke Stanggassinger-Truppe 'mit unserer Technik und dem dazu gehörigen Know-how 36 Personen retten oder mindestens dazu beitragen, dass deren Leben auch weiterhin lebenswert ist'. Fünf Menschen konnten die Wehrmänner nur noch tot bergen.

Ob Großbrand oder verkohlter Kochtopf, das Befreien Schwerverletzter aus Autowracks oder Hilfe bei Hochwasser, ob das Bekämpfen gefährlicher Stoffe oder die Bergung schwer erreichbarer Kranker mit der Drehleiter (allein elf Mal) - die freiwilligen Helfer müssen sich immer wieder aufs Neue in Sekundenschnelle auf schwierige und oft auch gefährliche Situationen einstellen.

Einen Vorgeschmack bot gleich der 1. Januar, als es galt, die B 19 am alten Berg von entwurzelten Bäumen zu befreien. Wenige Tage später war die Sonhofer Hilfe in Ofterschwang gefragt, wo der Abschleppwagen an einem über die steile Böschung gekippten Geländewagen gescheitert war. Ein von Unbekannten mit Gewalt geöffnetes Ventil eines Außentanks, aus dem erhebliche Mengen CO2 ausströmten, brachte 38 Wehrmänner um den Schlaf: Das Kohlendioxyd, das bereits in Kellern umliegender Häuser bedenkliche Konzentrationen aufwies, musste mit massivem Einsatz 'rausgeblasen' werden.

Eine 'Riesensauerei'

Eine 'Riesensauerei' wartete auf die Wehrmänner auch in einem Keller, wo 50 Liter ausgelaufene Farbe der Einfachheit halber auf dem Boden verstrichen worden waren - aber nicht abtrockneten und mühsam mit Chemikalienbinder entfernt werden musste. Besonders glücklich über das Auftauchen der Wehr waren zwei verängstigte Kinder, die in einem Aufzug eingesperrt waren, dessen Falttür sich verklemmt hatte. Schließlich waren 42 Aktive bei einem sehr deprimierenden Einsatz am ersten Weihnachtsfeiertag gefordert, als ein junger Mensch bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 19 ums Leben kam.

Zum dringend notwendigen Neubau (wir berichteten) des Feuerwehrhauses gebe es 'wiederum nichts zu vermelden', berichtete Kommandant Dieter Stanggassinger. Dass 'dieses Drama' nicht erst seit 1995 auf der politischen Bühne Sonthofens gespielt werde, machte Kreisbrandinspektor Heinz Bernhard deutlich: Er überreichte der Wehr eine von ihm bereits 1978 ausgearbeitete Planung für ein damals angepeiltes 'Rettungszentrum' auf einem benachbarten Areal.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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