Diskussion
Bürgerforum in Memmingen: Ein Blick in die Zukunft Europas

'Das Kind liegt im Brunnen. Unsere Aufgabe ist es, ein Seil herunterzulassen': Dies unterstrich Europa-Abgeordneter Markus Ferber beim Bürgerforum 'Der Euro – Wege aus der Krise' zur Situation Griechenlands. Die Veranstaltung war Teil der Landesversammlung der Europa-Union.

Das Podium bildeten neben Ferber (Landesvorsitzender der Europa-Union) Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm. Moderator war Helmut Kustermann, Leiter der Lokalredaktion der Memminger Zeitung.

Trotz der derzeit verbreiteten Skepsis gegenüber der Europäischen Union (EU) sei sie unverzichtbar, so die Teilnehmer. Als Beispiel nannte Ferber die Durchsetzung europäischer Standards und Interessen – etwa bei Datenschutz oder Urheberrecht – gegenüber Staaten wie den USA oder China. Zur Euro-Krise sagte Ferber, man habe 'aus Fehlern bei der Aufnahme Griechenlands gelernt' und achte streng auf die Einhaltung der Kriterien. Zusätzlich zu Stabilitätsrichtlinien forderte Kamm weitere Regulierungen und mehr Transparenz bei Finanzprodukten.

Zentrale Aufgabe

Als künftige Herausforderungen für die EU sieht Holzinger etwa den demografischen Wandel und einen wachsenden Migrationsdruck. Er prognostizierte eine Stärkung der Wirtschaftsunion und nannte die Angleichung sozialer Standards als zentrale Aufgabe. Als Voraussetzung für Frieden und Stabilität und als 'europäisches Markenzeichen' bezeichnete Ferber die Soziale Marktwirtschaft. 'Wenn wir das deutlich machen, bleiben wir als Wirtschaftsraum interessant.' Kamm gab eine bessere Akzeptanz der EU als Ziel vor.

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