Bürger sollen entscheiden

Bidingen | af | Zwar vermutete der Gemeinderat eine Tendenz, doch wollte er zur Sicherheit das Votum der Bürger. Deshalb wird es über das weitere Vorgehen zur Kanalabrechnung in Bidingen am Wahlsonntag eine Bürgerbefragung geben. Sie fußt auf zwei Fragen: Die eine hat zum Inhalt, ob allein das bisher zuständige Ingenieurbüro eine Überprüfung vornehmen soll; die andere, ob die Überprüfung zusätzlich durch ein neutrales Büro erfolgen soll. In beiden Fällen soll allerdings nur derjenige Teil der Abrechnung unter die Lupe genommen werden, in dem der Rechenfehler passiert war.

Bei der Bürgerinformation in der Vorwoche hatte das Ingenieurbüro noch einmal erläutert, weshalb es zu den falschen Zahlen kam. Unter dem Strich war der Wert der Abwasseranlage um 785 000 Euro zu hoch angesetzt (wir berichteten). Wie nun weiter verfahren werden sollte, darüber waren sich an dem Abend auch die Diskutanten und Bürger nicht einig. Deshalb kam das Thema nun auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung.

Bürgermeister Jörg-Dietmar Reinelt stellte drei Positionen zur Auswahl, die sich aus seiner Sicht ergeben. Ohnehin besitze das Ingenieurbüro ein Nachbesserungsrecht. Möglich wäre also, auf dessen Ergebnis zu vertrauen, danach neu zu kalkulieren und die Satzung entsprechend zu ändern. 'Die Bürger bekämen dann in relativ kurzer Zeit ihr Geld zurück', sagte Reinelt. Die zweite Möglichkeit: Die Gemeinde beauftragt ein neutrales Büro. Die Kontrolle könne allerdings dauern, zumal die Interessengemeinschaft (IG) Wasser beim Informationsabend angekündigt hatte, auch dieses Ergebnis unter die Lupe nehmen zu wollen. Bis eine neue Satzung stehe, kann nach Reinelts Schätzung ein halbes Jahr vergehen.

Der dritte Weg: Eine Befragung, bei der die Bürger entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen. Diesem Vorschlag stimmte der Gemeinderat letztlich mit Mehrheit zu.

Größter Teil schon abgerechnet und damit überprüft

Überprüft werden soll nur der fehlerhafte Teil der Berechnung. Darin erfasst sind die Altkanäle und die Baugebiete. Der größere Teil des Zahlenwerks sei durch das Wasserwirtschaftsamt im Zuge der Zuschussvergabe bereits abgerechnet und damit auf Richtigkeit kontrolliert worden. Eine komplett neue Bestandsaufnahme mache keinen Sinn und verzögere alles vielleicht um Jahre, hieß es im Rat.

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