Unterthingau-Oberthingau
Bürger gegen Kiesabbau

Offiziell ist es eigentlich noch gar nicht bekannt, dass in Eichelschwang bei Oberthingau derzeit eine Marktoberdorfer Baufirma durch Probebohrungen versucht, ein Kiesvorkommen zu ergründen. Aber dass es so kommen soll, pfeifen längst die Spatzen von den Dächern. Bei erfolgreichen Sondierungen, so mutmaßen die Bürger von Oberthingau, werde ein Antrag zum Kiesabbau erfolgen. So bildete sich in recht kurzer Zeit eine «Interessengemeinschaft (IG) gegen Kiesabbau» im Dorf, das gut 800 Bewohner aufweist. Fast der ganze Ort stehe hinter der IG, sagten die Sprecher Richard Günthner und Manfred Fendt.

Gefährdung der Versorgung

Die Unterzeichner befürchten, dass das Wassereinzugsgebiet, einschließlich der Seitenarme, durch den Kiesabbau gestört werden könnte. «Ein großer Abbau würde nicht nur die Wasserversorgung von Oberthingau, sondern auch die von Leuterschach samt einer großen Allgäuer Brauerei gefährden», gibt der Vorstand des Wasserbeschaffungsverbandes Oberthingau, Georg Enderle, zu bedenken. Eine Absenkung des Grundwasserspiegels könnte zu unermesslichen Schäden führen, und ein Abbau stelle auch einen starken Eingriff in die Landschaft dar.

Auch Unterthingaus Bürgermeister Wolfgang Schramm sprach bei der Übergabe von 500 Unterschriften gegen einen Kiesabbau von einem «offenen Geheimnis». Ein offizielles Schreiben oder ein Antrag ging laut Schramm noch nicht bei der Gemeinde ein. Der Gemeindechef hegt große Bedenken, dass die schöne Landschaft und die Freizeitaktivitäten unter Staub und Dreck leiden würden, der mit einem Abbau einhergeht. Er sprach von einer «Kraterlandschaft», die dort entstünde. Schramm wünscht sich ein Gutachten des Wasserwirtschaftsamts, das die Bedenken zum Schutz der Wasserressourcen unterstützt.

Nicht zuletzt verwiesen die IG-Sprecher auf das zusätzliche Verkehrsaufkommen mit schweren Lastwagen, das die schon jetzt stark frequentierte, schmale Kreisstraße heillos überfordern würde. Und der Knotenpunkt bei der Zufahrt zum Sportplatz wäre für die schwachen Verkehrsteilnehmer höchst gefährlich, befürchtet die IG weiter.

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