Bad Hindelang
Bürger fordern einen attraktiven Dorfmittelpunkt

Die «Bürgerwerkstatt», in der die Einheimischen über die Zukunft ihrer Heimatgemeinde Bad Hindelang nachdachten, brachte es schonungslos ans Licht: Dem Kernort Hindelang fehlt ein attraktiver Dorfmittelpunkt, wo man sich gern aufhält. Außerdem, so die Eigenerkenntnis, herrsche in der Unteren wie in der Oberen Marktstraße keine echte Verkehrsberuhigung, obwohl zum Teil nur Schritttempo gefahren werden darf. Der Marktgemeinderat hat diese Gedanken aufgegriffen und arbeitet daran, den Wunsch der Bürger nach einem echten Dorfplatz zu erfüllen.

Kosten von 640000 Euro

In seiner jüngsten Sitzung lag dem Gremium ein Vorentwurf des Kemptener Ingenieur-Büros PBU vor, wie der Bereich der Unteren Marktstraße mit dem Rathaus, der Pfarrkirche und dem Pfarrheim unter Einbeziehung auch der Raiffeisenbank in ein heimeliges Dorfzentrum umgewandelt werden kann. Das Rohkonzept mit einem Dorfbrunnen, Sitzbänken, Bäumen und einer großzügigen Aufpflasterung wurde vom Gemeinderat einmütig begrüßt, obwohl mit Kosten von 640000 Euro zu rechnen ist.

Möglichst im Frühjahr 2010 will man anfangen und vor dem Marktfest im Juli fertig sein. Allerdings ist man auf Gelder aus dem Topf der Städtebauförderung angewiesen. Deswegen wurde noch kein Baubeschluss gefasst, sondern erst einmal ein Zuschuss-Antrag an die Regierung von Schwaben formuliert.

Beispiel Bad Grönenbach

Bürgermeister Adalbert Martin hat bei dem Konzept für den Hindelanger Dorfplatz ein Beispiel aus Bad Grönenbach im Auge, wo im Ortskern eine sogenannte Mischfläche entstand. Dort sind Fußgänger und Radfahrer mit den Pkw-Lenkern gleichberechtigt. So soll es auch beim «Herzstück unserer Gemeinde» zwischen Rathaus und Kirche werden, stellt sich Martin vor.

Der angestrebte Dorfbrunnen, dessen Gestaltung aus einem kleinen Wettbewerb der Ideen hervorgehen soll, wird dabei nicht nur ein Blickfang fürs Auge sein. Sondern das Wasserspiel, möglichst inmitten des Platzes, soll auch eine Art Verkehrsbremse sein.

Die wenigen Bedenken, die im Marktgemeinderat geäußert worden, hatten allenfalls mit einer eventuellen Lärmbelästigung der Anwohner wegen des Pflasters zu tun. Pflaster sei zwar lauter als Asphalt, entgegnete Ingenieur Kurt Seeler. Doch mit einem Bodenbelag, der besser geschliffen und besser haltbar sei als noch vor Jahren, soll dem entgegengesteuert werden.

Mehr Flair im Ort

Der angestrebte Dorfplatz kann aufgrund einer Privatinitiative sogar noch größer ausfallen. Wie berichtet, wurden in der Unteren Marktstraße schräg gegenüber vom Rathaus zwei alte Häuser abgerissen.

Momentan ist ein Hindelanger Investor mit voller Kraft dabei, zwei Neubauten mit Laden, Straßencafé und Wohnungen hochzuziehen. Auch dies, so hatte es Bürgermeister Martin bereits in einer früheren Ratssitzung begrüßt, werde für mehr Flair im Ort sorgen.

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