Buddelnde Wölfe und Feuerwehr ohne Wasser

Von Alexandra Decker | Marktoberdorf/Ostallgäu Im Schatten der Bäume am Pfarrer-Mayr-Gedächtnisweg in Halblech ist es kühl. Die Marktoberdorfer Jugendfeuerwehr sitzt auf einem Kieshaufen und macht Brotzeit. Aber lange halten sich die 15 jungen Männer nicht mit ihren Wurstsemmeln auf. Schon werden Schubkarren und Eimer wieder gefüllt. Das Kies muss den bewaldeten Hügel hoch. Nur bis Sonntag 18.15 Uhr haben sie Zeit den Pfarrer-Mayr-Gedächtnisweg und den Halblecher Bachweg zu sanieren. Diese Aufgabe bekamen sie bei der Aktion 'Drei Tage Zeit für Helden' (wir berichteten).

Das gleiche Zeitfenster haben die 'Wilden Wölfe', die Jugendgruppe des Bund Naturschutz. Rund 50 Kinder wuseln am Mooserlebnispfad in Stötten herum und schaufeln wie die Weltmeister. Einen Tümpel gestalten, lautet ihre Aufgabe. 'Das macht Spaß', freut sich Elias. Der elfjährige Bernbeurer 'wühlt gerne im Dreck' und die Aufgabe überraschte ihn. 'Man gräbt ja nicht jeden Tag ein Riesenloch. Aber ich hätte mir nix anderes gewünscht.'

Bei soviel Enthusiasmus stört die Sonne kaum, die auf die Tümpelbuddler herunter brennt. 'Es ist zwar anstrengend', meint Pius (9 Jahre). 'Aber es macht Spaß', grinst er, die Füße knöcheltief im Schlamm. 'Und Mittag gibts Pizza', schaltet sich Dominik (8) ein. Auch er findet die Aufgabe toll, 'weil der Tümpel der Umwelt gut tut'. Außerdem ist die Geltnach ganz in der Nähe und 'dorthin gehen wir heut nachmittag zum Baden', sagt Anita Weber, Jugendleiterin der Wilden Wölfe.

Wasser fände auch die Marktoberdorfer Jugendfeuerwehr toll. 'Wir hätten bei dem Wetter lieber das Forggenseeufer ausgemäht', meint Simon Eurisch (20) grinsend. Aber 'nach dem ersten Schock' hat sich die Truppe mit ihrer Heldenaufgabe angefreundet. 'Wir haben am Anfang gedacht, wir sollen den ganzen Weg machen', nennt Dirk Siepert den Grund für das Erschrecken. Das wären über zwei Kilometer, von denen ein großer Teil nur zu Fuß mit der Schubkarre erreichbar ist. 'Wir wussten gar nicht, wo der Weg ist und wie es dort aussieht', erzählt Bastian Nothemann (28). 'Also haben wir am Freitagabend einen Zwei-Stunden-Spaziergang dort gemacht.' Jetzt ist das Terrain sondiert: 'Die Aussicht ist gut von oben und wenn man mit der Schubkarre Treppen hoch fahren kann, geht das schon', so Simons scherzhaftes Urteil. 'Die Arbeit macht Spaß', meint Andreas (14). 'Und die Aktion fördert die Kameradschaft', fügt Markus Jüngling (20) an. Sie hätten auch schon gut was weggearbeitet. 'Bis Sonntag sind wir fertig', ist Bastian überzeugt.

'Wir schaffen das', sagt auch Anita Weber. Bei den Wölfen bleibt sogar noch Zeit für eine Nacht im Zelt mit Nachtwanderung und kleinem Überlebenstraining. Schlafsäcke und Isomatten warten schon auf einem Hänger.

Am Morgen geht es dann weiter, sowohl in Halblech als auch am Stöttener Tümpel und den 40 anderen Station im Ostallgäu, an denen dieses Wochenende junge Helden ihre Taten vollbringen.

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