Buchloer Rettungskräfte arbeiten Hand in Hand

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Von Stefan Drescher | Buchloe Kurz nach 20 Uhr geht in der Buchloer Rettungsleitstelle der Notruf eines Passanten ein. Ein Verkehrsunfall. Ein Linienbus sei mit einem Kleinwagen kollidiert. Für die Rettungskräfte ist sofort klar: Ein Großeinsatz steht bevor.

Innerhalb kürzester Zeit läuft der Rettungsapparat auf Hochtouren, die Leitungen glühen. Nur zwei Minuten nach dem Anruf rückt der erste Rettungswagen des Roten Kreuzes aus. Er ist auch der Erste, der am rund vier Kilometer entfernten Unfallort ankommt, und dort auf ein erschreckendes Unfallszenario trifft. 17 zum größten Teil Schwerverletzte sitzen in den beiden Fahrzeugen. Den zwei Sanitätern bleibt vorerst nichts anderes übrig, als sich einen ersten Überblick über den Unfallort zu verschaffen. Sie sichten die Verunglückten und stufen deren Verletzungsgrade ein. Nach rund zehn Minuten sind 75 Prozent der Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr vor Ort. Die Befreiung der Verletzten beginnt.

Was sich auf einem Weg zwischen Buchloe und Lindenberg an jenem Abend abspielt, sieht täuschend echt aus, ist aber eine Übung der Rettungskräfte. 'Die Führungsstäbe der Freiwilligen Feuerwehr und des Bayerischen Roten Kreuzes Buchloe haben sich dieses Szenario ausgedacht, da eine ähnliche Situation zwischen den stark befahrenen Strecken B12 und A96 jederzeit auch in der Realität eintreffen kann', so Kreisbrandmeister Thomas Ogiermann. Und bereits in einem Sprichwort heißt es: Übung macht den Meister. Eine Tatsache, die gerade in dem Bereich, in welchem es um Leben und Tod geht, nicht wichtiger sein könnte. Das wissen auch die Verantwortlichen: 'Durch solche Übungen wird die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen gestärkt und Erkenntnisse für einen eventuellen Ernstfall gewonnen. Nur das richtige Zusammenspiel der Rettungskräfte ermöglicht einen reibungslosen Ablauf', so Ogiermann.

Die Rettungsmannschaften am Schauplatz des Unglücks sind mittlerweile vollzählig. Im Umkreis wird der Nachthimmel fast taghell von den Scheinwerfern und dem Blaulicht der 20 Fahrzeuge von Rotem Kreuz, Wasserwacht und den Freiwilligen Feuerwehren Buchloe, Jengen sowie Lindenberg erleuchtet. Am Kern des Geschehens - einem abfallenden, von Bäumen gesäumten Hohlweg - herrscht reges, aber hochkonzentriertes Treiben. Hier und da dröhnen Anweisungen der Einsatzleitung über die bei klirrender Kälte vom Dampf der Menschen, Maschinen und Scheinwerfer vernebelte Straße.

Jeder weiß, wo er hingehört

Für den außenstehenden Betrachter eröffnet sich angesichts der Bemühungen der rund 80 Helfer von Feuerwehr und Rettungsdienst vorerst der Anblick eines absoluten Chaos’. Doch mit der Zeit erkennt man Strukturen, ein System, die Ordnung hinter dem Chaos. Jeder weiß, wo er hingehört, das Vorgehen der Helfer ist perfekt aufeinander abgestimmt und alle Aktionen greifen reibungslos ineinander. Innerhalb kürzester Zeit ist der Unfallort gesichert, die Verletzten werden aus den Fahrzeugen befreit, vor dem Linienbus eine provisorische Ablage errichtet und die Personen von den drei anwesenden Notärzten gesichtet und (abhängig vom Grad ihrer Verletzung) gekennzeichnet. Auf den angrenzenden, schneebedeckten Feldern werden beheizte Notfallzelte für die Verletzten aufgeschlagen und der Landeplatz des Rettungshubschraubers ausgeleuchtet. Allmählich beginnt der Abtransport der Verletzten.

Gegen halb zehn Uhr ist die Übung beendet. Nach und nach treffen die Akteure in der Feuerwehrwache Buchloe ein: verschwitzte Rettungskräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz, durchgefrorene Statisten mit klaffenden, geschminkten Platzwunden und gut gelaunte Führungskräfte. Neben warmen Getränke und Suppe gibt es die erhoffte positive Erkenntnis: 'Die Strukturen haben sich bewährt, es hat alles sehr gut geklappt. Jeder weiß, was er zu tun hat. Wir haben gesehen, dass man für den Ernstfall gerüstet ist', so der Leiter der Schnelleinsatzgruppe, Siegmar Möhl.

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