Buchloe / Samoa
Buchloer entkommen knapp der Naturkatastrophe

Es war eine Einladung, die vier Buchloern womöglich das Leben gerettet hat. Die jungen Männer befinden sich derzeit auf Samoa. Der verheerende Tsunami, der am Dienstagabend Teile des Südsee-Paradieses verwüstete, riss auch ihre Unterkunft fort, demolierte die Umgebung. Der Buchloer Stadtrat Benjamin Leinsle, dessen Bruder Stefan, der ehemalige Oberministrant Daniel Schuster und JU-Vorsitzender Julian Frieling hatten sich in einer Art Jugendherberge im Süden der Hauptinsel Upolu eingemietet. Sie verließen ihr Quartier aber schon am Montag, einen Tag früher als geplant, um einer Einladung von Deutschen zu folgen, die in der Nähe von Apia leben.

Die Hauptstadt liegt 25 Kilometer entfernt im Norden der Insel. «Es war reiner Zufall, dass sie am Dienstag nicht mehr da waren», erklärt Julian Frielings Mutter Barbara. «Sie haben Glück gehabt», betont auch Hans-Jörg Leinsle gegenüber der BZ. Seine Söhne meldeten sich bei dem Buchloer Unternehmer noch, bevor er aus den Medien von der Naturkatastrophe erfuhr.

In Apia beendete das starke Erdbeben, das den Tsunami ausgelöst hatte, die Urlaubsstimmung. Direkt nach dem Beben wurden die Bewohner dort vor der Flutwelle gewarnt, berichtet Barbara Frieling, die mit ihrem Sohn in Kontakt steht. Er hatte die erste Tsunami-Warnung allerdings schon kurz vorher per SMS von einem Freund aus Deutschland erhalten. «Wie das möglich war, ist mir unklar», sagt Frieling.

Die Menschen in Apia wurden nach der Warnung in ein so genanntes Security Camp gebracht, eine Einrichtung auf einem nahen Berg, die für solche Fälle geschaffen worden ist. Auch die vier Allgäuer kamen dort unter. Die Stadt blieb von den Folgen des Tsunami weitgehend verschont. Es waren allerdings immer wieder Nachbeben zu spüren.

Den Süden hat es allerdings voll getroffen. «Dort ist alles zerstört», habe ihr Sohn mitgeteilt. Barbara Frieling will sich gar nicht ausmalen, was passieren hätte können, wenn ihr Sohn und seine Begleiter die Einladung nach Apia nicht erhalten hätten.

Für die vier Studenten sollte die lange geplante Reise der Höhepunkt des Jahres werden. «Sie haben sich das mit Ferienjobs hart erarbeitet», so Frieling. Bereits am 8. September hatten die vier jungen Männer Deutschland für eine fünfwöchige Weltreise verlassen. Nach ihrem Abflug in London machten sie bereits Station in Hongkong und Neuseeland, bevor sie Samoa erreichten.

«Das sollte eigentlich der erholsame Teil der Reise werden», sagt Barbara Frieling. Doch statt in der Sonne zu liegen, haben einige aus der Gruppe nun in Apia Blut gespendet, das für die Versorgung schwer Verwundeter benötigt wird.

Ihre Reise abbrechen wollen die Allgäuer aber nicht. «Sie versuchen, früher von Samoa nach Los Angeles zu kommen», erzählt Hans-Jörg Leinsle. Ob das jedoch in der aktuellen Situation möglich ist, sei noch unklar. Mitte Oktober wollen die vier Buchloer von ihrer Reise zurückkehren.

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