Buchenberg
Buchenberger gegen Windkraft vor Ort

Schnell und in nicht öffentlicher Sitzung fasste der Gemeinderat Buchenberg vor wenigen Tagen einen Beschluss: Im Gemeindegebiet sollen keine Flächen für große Windkraftanlagen ausgewiesen werden. «Es war eine klare Entscheidung», sagt Buchenbergs Bürgermeister Toni Barth.

Vor der entscheidenden Sitzung hat es in Buchenberg mehrere, teils emotional geführte Debatten um die Windkraft gegeben. Wendelin Einsiedler, Energiewirt und CSU-Gemeinderat aus Wildpoldsried, hatte sie mit seiner Idee entfacht, im Kreuzthal drei Windräder zu installieren. Vor der Abstimmung stellte er im Gemeinderat - wie auch die Gegenseite um den Naturschützer Werner Sponsel - seine Planungen kurz und bündig vor.

l Pro Windkraft in Buchenberg: Die drei großen Windräder sollten in einem Waldgebiet, weit weg von der nächsten Wohnbebauung installiert werden und den Strombedarf der gesamten Gemeinde decken. Eine Gesellschaft zur Umsetzung des Vorhabens wurde vor einigen Wochen bereits gegründet. Einsiedlers Hauptargument: Aktive CO2-Reduzierung vor Ort, um dem drohenden Klimawandel zu begegnen.

l Contra Windkraft in Buchenberg:

«Wenn wir nicht unsere Landschaft vor Ort schützen, wer dann?», macht der Naturschützer Werner Sponsel klar. Er hofft, dass Buchenberg aus dem Regionalplan als möglicher Standort für Windkraftanlagen gestrichen wird. Die deutliche Entscheidung gegen die Windkraft im Buchenberger Gemeinderat (Sponsel sprach von einem 15:2-Beschluss) wertet er als einen «Zwischensieg mit Gewicht».

l Welchen Weg geht die Gemeinde?

Die Gemeinde möchte den sanften Tourismus vor Ort stärken, bekräftigt auch Toni Barth. Große Windmühlen passten da nicht ins Konzept. Die sollten vor den windreichen Meeresküsten gebaut werden.

Energiesparen sei in Buchenberg aber sehr wohl ein Thema: Die Gemeinde setze weiterhin auf Biomasse und Photovoltaik, beteilige sich am Wettbewerb «European Energy Award». Die Buchenberger wollten mit der schnell getroffenen Entscheidung gegen Windkraftanlagen vor Ort «ein Zeichen setzen».

Einsiedler legt seinen Plan trotz des Beschlusses noch nicht ad acta. Genehmigungsbehörde sei schließlich das Landratsamt. «Falls es nicht anders geht, überlegen wir uns auch rechtliche Schritte.»

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