Special Wildtiere im Allgäu SPECIAL

Tiere
Brunftzeit: Wildwechsel am hellichten Tag keine Seltenheit

Zugegeben: Die geneigte Redakteurin ist an einem Freitagmorgen um 7 Uhr noch nicht wirklich frisch. Deshalb schaute sie auch dreimal hin, um ganz sicher zu gehen. Doch tatsächlich, da waren sie: Hoppel die hoppel sprangen eins, zwei, ja sogar drei Rehe über die Fahrbahn. An einem helllichten Freitagmorgen. Auf dem Heussring. Kurz bevor dieser in die Oberstdorfer Straße mündet. Von Süd nach Nord. Also in Richtung Stadt.

Drei Rehe - genauer gesagt eine Geiß und zwei Kitze - mitten auf dem Ring? Was mögen die drei da nur gesucht haben? War Mutter Reh mit den Kleinen auf dem Weg zum Kinderzimmerkauf am Haslacher Berg? Am Ende noch im Glauben, dort stünde ein Möbelhaus? Oder wollte sich die kleine Familie endlich mal selbst die Festwoche anschauen, für die der Vater vor fünf Jahren als röhrender Hirsch auf dem Plakat warb und von der er seither nicht mehr zurückkehrte?

Doch genug der Gedankenspiele. Einer, der die Fragezeichen auf Anhieb wegwischen kann, ist Manfred Werne, Vorsitzender des Kreisjagdverbands Kempten. Die Rehe, sagt er, gehören freilich alles andere als auf die Straße. Die Tatsache, dass sie derzeit ab und an am helllichten Tag dort auftauchen, sei allerdings nicht verwunderlich: << Die Brunft läuft noch >>, weiß Werne.

Und zwar bis etwa 20. August. In dieser Zeit seien die scheuen Waldtiere absolut tagaktiv und verirrten sich - vom Bock getrieben - eben auch auf Straßen. Im Schlepptau die Kitze.

Derzeit mit Wildwechsel rechnen

Was ist zu tun? << Derzeit gar nichts >>, meint Werne: << Außer auch tagsüber vorsichtig fahren und damit rechnen, dass Rehe die Fahrbahn kreuzen. >> Ein Fall für die nähere Betrachtung durch den Jäger bestehe erst, wenn Rehe auch nach der Brunft tagsüber im Stadtgebiet unterwegs seien.

Übrigens: Nach dem Aufruhr um das zahme Reh in der Eich, das wie berichtet Ende März in der Stadt von einem Jäger erschossen worden war, gibt es laut Werne jetzt eine humanere Lösung für solche Fälle: Einer der Jäger, der auch Tiermediziner ist, hat mittlerweile ein Narkosegewehr und kann damit bei Bedarf angefordert werden.

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