Verkehr
Brunftzeit - Jagtverein Kaufbeuren mahnt Autofahrer zur Vorsicht auf Landstraßen

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Derzeit herrscht Brunftzeit bei den Rehen. Deshalb fordert Gerd Damm, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Kaufbeuren, die Autofahrer momentan zu besonderer Vorsicht bei Überlandfahrten auf. «Besonders bei Wäldern und Wiesen sollte man aufpassen», so Damm.

Sieht man Tiere auf den Wiesen oder läuft ein Einzeltier über die Straße, sollte man sein Tempo unbedingt sofort drosseln. Denn: Einem einzelnen Tier folgen meist mehrere nach. An den gefährlichsten Stellen weisen üblicherweise Warnschilder auf die Gefahr hin. In diesen Gebieten wird laut Damm auch verstärkt gejagt.

Derzeit ist die Gefahr auf den Straßen besonders groß. Genau in diesen Tagen herrscht nämlich Paarungszeit bei den Rehen. Dabei sind sie auch tagsüber unterwegs. Der Bock rennt dem Reh liebesblind stundenlang hinterher. << Dabei macht er auch vor Straßen nicht halt >>, erklärt Damm.

Um die Zahl der Wildunfälle zu verringern, wurden in Absprache mit dem Landratsamt an besonders gefährlichen Stellen blaue Reflektoren an den Leitpfosten angebracht. An diesen Stellen ist laut Damm ein deutlicher Rückgang der Unfälle zu beobachten.

Die Reflektoren projizieren in der Dunkelheit das Autolicht in den Wald, wodurch die Tiere abgeschreckt werden. Doch vor allem in der Brunftzeit wirkt dieses Mittel nicht bei allen Rehen. Fallen dem Autofahrer also blaue Reflektoren am Straßenrand auf, sollte er daher unbedingt langsamer fahren.

Läuft ein Tier vor das Auto, rät Damm von Vollbremsungen oder Ausweichmanövern ab. << Der Zusammenstoß mit einem Tier macht zwar einen kräftigen Ruck. Es ist aber immer noch besser, als in den Straßengraben zu fahren >>, so der Jäger.

Sofort Polizei rufen

Kommt es zu einem Wildunfall, muss sofort die nächste Polizeidienststelle benachrichtigt werden (siehe Infokasten). Damm geht davon aus, dass der Höhepunkt der Brunftzeit noch bis Ende nächster Woche anhalten wird. Danach werde es nur noch einzelne Nachzügler geben.

Auf den Straßen solle man aber dennoch das ganze Jahr vorsichtig fahren, da sich immer wieder Tiere auf die Fahrbahn verirren. Nach dem Reh ist übrigens die Gefahr eines Unfalls mit einem Wildhasen in der Region am größten.

Steigende Tendenz

Die Polizeiinspektion Kaufbeuren verzeichnete in den vergangenen Jahren eine leicht ansteigende Tendenz bei Wildunfällen. Im Jahr 2010 gab es 161 Fälle, zehn Jahre zuvor nur 120. Heuer sind allein bis zum 1. August schon 115 Fälle bekannt.

Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt erst 98. Menschen kommen bei Wildunfällen selten zu Schaden. 2010 gab es einen Leichtverletzten. Die Tiere erliegen aber oft ihren Verletzungen oder müssen vom Jäger erschossen werden.

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